Die Tarifverhandlungen zu Tarifverträgen zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband Nahverkehr Gruppe Sachsen (AVN Sachsen) haben in Dresden begonnen. Die erste Verhandlungsrunde zu den gekündigten Tarifverträgen zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Arbeitgeberverband Nahverkehr Gruppe Sachsen ist beendet. Diese wurde beiderseits konstruktiv geführt. Trotz enger finanzieller Spielräume versicherten die Arbeitgeber, dass sie sich inhaltlich mit den Forderungen beschäftigen. Damit ist eine Eskalation vorerst abgewendet Zur zweiten Verhandlungsrunde, am 12. Februar 2026 soll dann lösungsorientiert weiterverhandelt werden.
Bus RVSOE © MeiDresden.de
Verhandelt werden:
der Rahmentarifvertrag, der Rahmentarifvertrag Azubis und der Vergütungstarifvertrag der Beschäftigten und der Azubis
Mit ihren Forderungen verfolgen die in ver.di organisierten Arbeitnehmer*innen das Ziel, die Arbeitsbedingungen im kommunalen Nahverkehr spürbar zu verbessern und den Beruf langfristig attraktiv zu halten. Kernpunkte sind:
Vergütungstarifvertrag
- Erhöhung der Tabellenvergütungen um 4 Prozent zum 1. Januar 2026
und weitere 4 Prozent ab 1. Januar 2027
- Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 90 Euro/Monat
zum 1. Januar 2026 und weitere 90 Euro/Monat ab 1. Januar 2027
- Laufzeit des Vergütungstarifvertrages: 1. Januar 2026 bis 30. Juni 2027
Rahmentarifvertrag
- Erhöhung der Jahressonderzahlung auf Ziel 90% der jeweiligen Tabellenvergütung
- Einhaltung der 5-Tage-Woche auch beim Schichtdienst- hier mindestens zwei
Wochenenden dienstfrei pro Monat
- Erhöhung der Zulage der geteilten Dienste von 13 € auf 21 €
- Einführung von Erfahrungszulagen nach 4 Jahren in der Endstufe
- Erhöhung der Nachtzulage von 20% auf 25% sowie Ausweitung auf 20.00 Uhr- 6.00 Uhr
- Einführung einer Samstagszulage i. H. v. 25 Prozent – ganztägig
- Erhöhung Erholungsurlaub um 2 Tage pro Kalenderjahr
- Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen für ver.di Mitglieder
- Laufzeit des Rahmentarifvertrages: 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2029
Rahmentarifvertrag Azubis
- verpflichtende unbefristeten Übernahme nach erfolgreich bestandener
Abschlussprüfung.
- Erhöhung der Jahressonderzahlung mit dem Ziel 90 % der Auszubildendenvergütung
- Laufzeit des Tarifvertrages: 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2029
betroffene Betriebe:
Regionalverkehr Westsachsen Zwickau, ETP Chemnitz, Regionalverkehr Erzgebirge, Regiobus Mittelsachsen, Verkehrsgesellschaft Meißen, DVS Dresden, Regionalverkehr Sächs. Schweiz und Osterzgebirge, Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda, Regionalbus Oberlausitz, Görlitzer Verkehrsbetriebe sowie Omnibusverkehr Oberlausitz und DB Regio Bus Ost in Zittau
Trotz der angespannten Haushaltslage der Kommunen muss eine Weiterentwicklung von Tarifverträgen möglich sein, um den steigenden Lebenshaltungskosten sowie den wachsenden Anforderungen und Belastungen der Beschäftigten gerecht zu werden, so Sven Vogel Verhandlungsführer ver.di.
ver.di-Position zur Finanzierung
Die Verkehrswende ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. ver.di fordert, dass der ÖPNV bundeseinheitlich ausfinanziert wird. „Es kann nicht sein, dass die Kommunen weiterhin den Großteil der finanziellen Verantwortung schultern müssen und somit die Verkehrsbetriebe nur sehr eng begrenzte Mittel zur Verfügung haben“, so Frank Ney (Mitglied der Tarifkommission für die RVSOE)
Quelle: ver.di