Die Stadtverwaltung hat dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften am 15. April 2026 eine Lösung für die Verkehrsführung am Wasaplatz im Zuge der Campuslinie vorgestellt. Nachdem zwei Abschnitte der Campuslinie bereits umgesetzt sind und mit der Nossener Brücke der dritte Abschnitt im Sommer in die Umsetzung geht, bildet der Abschnitt vom Nürnberger Platz bis zum Wasaplatz den noch offenen Teil. Für die Verkehrsführung auf dem Zelleschen Weg gibt es bereits eine Bestätigung der Stadträte. Für den Wasaplatz war die Verwaltung beauftragt, weitere Varianten für die Verkehrsführung zu untersuchen. Wichtig dabei: Nur wenn die Campuslinie als Ganzes, also auch im Abschnitt Wasaplatz, umgesetzt wird, bringt sie auch die beabsichtigten Effekte für die Verkehrsentwicklung und erreicht die Ziele der Bundesförderung.

Bisher nicht alle Verkehrsträger ausreichend berücksichtigt
In der ursprünglich vom Stadtrat beschlossenen Vorplanung für den Abschnitt fehlte eine Radverkehrsanlage entlang der Caspar-David-Friedrich-Straße in Richtung Wasaplatz. Die Planung musste daher überarbeitet werden. Nun sind die Radfahrstreifen ergänzt. Straßenbahn und Kfz-Verkehr teilen sich eine Spur. Eine verkehrstechnische Untersuchung, die 2024 dem Stadtrat vorgestellt wurde, ergab am Wasaplatz eine schlechte Verkehrsqualität für ÖPNV und Kfz-Verkehr. Wegen der baulichen Komplexität des Wasaplatzes und der schon im Bestand hohen ÖPNV-Belegung (66 Fahrten je Stunde) zeigte sich als einziger Lösungsansatz eine Herausnahme des Kfz-Verkehrs in stadtwärtiger Richtung aus dem Haltestellenbereich „Wasaplatz“ in der Lockwitzer Straße, zwischen Heinrich-Zille-Straße und Wasaplatz.

Neue Lösung mit Vorteilen für Kfz, Rad und ÖPNV
Um Einschränkungen zu vermeiden, beauftragten die Stadträte 2024 die Entwicklung von weiteren Varianten und entsprechende Verkehrssimulationen. Kernpunkte der Prüfung waren:
•        Wegfall des Linksabbiegers von der Caspar-David-Friedrich-Straße in die Wasastraße
•        Wegfall der Einbahnstraßenregelung in der Lannerstraße
•        Verzicht auf die Herausnahme des Kfz-Verkehrs aus dem Haltestellenbereich der Lockwitzer Straße
•        Prüfung der Verlängerung des Radstreifens von der Caspar-David-Friedrich-Straße über den Wasaplatz in die Kreischaer Straße

Haltestelle Nossener Brücke Visualisierung © Landeshauptstadt DresdenHaltestelle Nossener Brücke Visualisierung © Landeshauptstadt Dresden

Folgende Erkenntnisse ließen sich gewinnen:
•        Durch kleinere verkehrsorganisatorische Änderungen, wie z.B. Wegfall des Linksabbiegers in der Caspar-David-Friedrich-Straße in die Wasastraße, können keine spürbaren Verbesserungen im Verkehrsablauf an der Kreuzung erzielt werden.
•        Ohne die Herausnahme des Kfz-Verkehrs aus der Lockwitzer Straße im stadtwärtigen Haltestellenbereich auf rund 70 Metern ergibt sich am Wasaplatz sowohl für den ÖPNV als auch den Kfz-Verkehr eine deutlich schlechtere Verkehrsqualität.
•        Durch den Wegfall der Einbahnstraßenregelung in der Lannerstraße tritt bei dieser Variante mit Radverkehrsanlagen keine Erhöhung der Verkehrsbelegung in der „kleinen“ Dohnaer Straße auf.

Die Untersuchungsergebnisse zeigen, dass der beste Kompromiss für alle Verkehrsarten so aussieht:
•        Kfz-Verkehr/ÖPNV im Mischverkehr in der Caspar-David-Friedrich-Straße zugunsten der Einrichtung einer Radverkehrsanlage
•        Herausnahme des Kfz-Verkehrs aus der Lockwitzer Straße in stadtwärtiger Richtung (vergleichbar Haltestelle Kesselsdorfer Straße)
•        Erhalt des Kfz-Verkehr-Linksabbiegestreifens in der Caspar-David-Friedrich-Straße in die Wasastraße
•        Öffnung der Lannerstraße für den Kfz-Verkehr in beide Fahrtrichtungen
•        Einrichtung der Radverkehrsanlage Heinrich-Zille-Straße in Richtung Lockwitzer Straße und Radroute TU Dresden – Großer Garten / Striesen (bereits beschlossen)

Das Projekt Campuslinie
Die Campuslinie soll als neue Straßenbahnverbindung die Technische Universität Dresden mit den Straßenbahnlinien 7 und 4 erschließen und so die Buslinie 61 entlasten. Gleichzeitig verbindet sie den künftigen „Wissenschaftsstandort Ost“ mit dem Campus der TU Dresden und spielt auch mit Blick auf die Bundesgartenschau 2033 eine wichtige Rolle für die Verkehrsentwicklung im Dresdner Süden. Dafür ist entscheidend, dass sowohl der Abschnitt von der Nossener Brücke über die Nürnberger Straße als auch der Abschnitt vom Zelleschen Weg bis zum Wasaplatz gebaut werden. Nur dann ist auch die Förderfähigkeit des Gesamtprojekts gesichert. Für die beiden Abschnitte wurden Bundesmittel in Höhe von 129,6 Millionen Euro sowie ergänzende Landesmittel von 15,7 Millionen Euro beantragt.

Weitere Informationen: www.dresden.de/campuslinie.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden