Verschwiegene Bergwege und gemütliche Hüttenwirtschaften: Winterwandern in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz kombiniert wohltuendes Naturerlebnis und urige Gastlichkeit. Die schönsten Touren präsentiert der Tourismusverband Sächsische Schweiz in seiner Winterwanderkarte. Am 1. November erscheint die neue Auflage.

Drei-Steine-Route Sonnenuntergang auf dem Gohrisch. Foto: Yvonne BrücknerDrei-Steine-Route Sonnenuntergang auf dem Gohrisch. Foto: Yvonne Brückner

Tafelberge, Felsentürme, Hochebenen, Täler und Schluchten: Kaum eine Region in Deutschland bietet so vielfältige Landschaftseindrücke auf so engem Raum wie die Sächsische Schweiz. Während die Nationalparkregion im Sommer eines der beliebtesten Reiseziele für Aktivurlauber in Deutschland ist, sind im Winter die Stillegenießer oft unter sich. Fünf Tourenideen zum Entschleunigen – jeweils mit Einkehr in warmer Stube.

Rundblick im Grenzland: Ungerberg-Runde (11,3 Kilometer)
Einst war Sebnitz das europäische Mekka der Seidenblumenherstellung. Heute hält hier, kurz vor der böhmischen Grenze, noch genau eine Schaumanufaktur das seltene Handwerk am Leben. Doch nicht nur deswegen ist die Kleinstadt die Reise wert. Ein Highlight ist die mittelschwere Runde ab dem Nationalparkbahnhof über den Ungerberg (537 Meter). Wenig begangene Wege führen durch schweigende Wälder zu weiten Panoramen und sächsischen Spezialitäten am Kachelofen. Auf dem Gipfel bietet der 33 Meter hohe Prinz-Georg-Turm direkt neben der traditionsreichen Ausflugsgaststätte einen erhebenden Rundumblick über die Bergwelt.

Kirnitzschtalbahn Foto: MeiDresden.de (Archiv)Kirnitzschtalbahn Foto: MeiDresden.de (Archiv)

Per Straßenbahn in die Natur: Fremdenweg (7,8 Kilometer)
Mit der Straßenbahn in den Nationalpark fahren? Das geht nur in der Sächsischen Schweiz. Ohne Hast ruckelt und quietscht die Kirnitzschtalbahn mit ihren gelben Waggons schon seit mehr als 125 Jahren von Bad Schandau aus durch das wildromantische Tal. Von ihrer Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall führt der anspruchsvolle Fremdenweg hinauf zum Kuhstall, dem größten Felsentor der Region. Direkt daneben steht eine Bergwirtschaft, in der es im Winter nach frischgebackenen Waffeln duftet. Von hier geht es weiter zum Kleinen Winterberg mit Weitblick über die Hintere Sächsische Schweiz. Zum Tourausklang lädt das Winterdorf Schmilka zu Feuer, Glühwein und hausgebrautem Bier ein.

Sandstein pur: Drei-Steine-Route (9,7 Kilometer)
Drei Tafelberge auf einen Streich: Die Drei-Steine-Route fordert geübte Wanderer zu einer winterlichen Challenge heraus. Von Bad Schandau geht es über den Täppichtsteig zunächst Richtung Kleinhennersdorfer Stein (392 Meter). Bei guter Witterung lohnt der Aufstieg auf den Papststein (451 Meter) mit einer urgemütlichen, seit 1862 bestehenden Berggaststätte. Anschließend lockt der benachbarte Gohrisch (440 Meter) mit seinem zerklüfteten Plateau. Bei tiefem Schnee oder Glatteis umgehen Wanderer die Gipfel auf einer Ausweichroute. Kurz vor dem Ziel Königstein treffen beide Varianten an der „Schönen Aussicht“ mit Blick auf Festung Königstein und Lilienstein wieder zusammen.

Winter Bastei. Foto:  TVSSW/Philipp ZiegerWinter Bastei. Foto: TVSSW/Philipp Zieger

Über den Grat: Rauenstein-Bastei-Runde (10,2 Kilometer)
Ein luftiger Gratweg und eine spektakuläre Aussichtsplattform: Das verbindet die mittelschwere Rauenstein-Bastei-Runde ab Oberrathen. Zunächst führt sie hinauf auf den Rauenstein (304 Meter), dessen etwa 600 Meter langer Gratweg immer neue Blicke ins Elbtal und ins Reich der Tafelberge bietet. In Pötzscha setzen Wanderer nach Stadt Wehlen über den Fluss. Durch den mystischen Schwarzberggrund geht es hinauf zur Bastei mit der berühmten „schwebenden“ Aussicht, dann über die Basteibrücke hinab in den Kurort Rathen und per Fähre zurück nach Oberrathen. Unterwegs laden mehrere Einkehrmöglichkeiten zur Pause ein, darunter das Berghotel & Panoramarestaurant Bastei hoch über der Elbe.

Titel Winterwanderkarte 2026 . Foto: Tourismusverband Sächsische SchweizTitel Winterwanderkarte 2026 . Foto: Tourismusverband Sächsische Schweiz

Rund um die Burgstadt: Gautschgrottenroute (10,1 Kilometer)
Die Gautschgrotte ist zu jeder Jahreszeit ein geheimnisvoller Ort. In einem stillen Seitental öffnet sich die Felswand zu einer imposanten, 40 Meter breiten Schichtfugenhöhle. Davor tröpfelt Quellwasser aus 18 Metern Höhe herab. Besonders romantisch ist das Naturerlebnis im Winter, wenn die Sonne tief steht und sich nur wenige Wanderer hierher verirren. Nach längeren Frostperioden gefriert das Wasser erst zu Zapfen und schließlich zu einer mächtigen Eissäule. Die mittelschwere Gautschgrottenroute ab der Burgstadt Hohnstein führt dahin. Panoramaerlebnis und Hüttenfeeling kommen fünf Kilometer später auf dem Felsenplateau Brand mit seiner Gastwirtschaft – natürlich mit Kachelofen – zusammen. Ein gut ausgebauter Weg führt von hier zurück in die Stadt.

Gautschgrotte . Foto: Nicole Hesse, Tourismusverband Sächsische SchweizGautschgrotte . Foto: Nicole Hesse, Tourismusverband Sächsische Schweiz

Winterwanderkarte Sächsische Schweiz
Diese und zahlreiche weitere Touren empfiehlt der Tourismusverband Sächsische Schweiz in seiner Winterwanderkarte. Neben 35 Wandertouren enthält sie auch Tipps für 20 kurze Winterspaziergänge zu den Aussichtshighlights des Malerwegs. Auf jeder dieser Touren finden Wanderer mindestens eine geöffnete Hüttenwirtschaft oder ein Gasthaus zur Einkehr. Dazu listet die Karte Wellness- und Freizeitanbieter am Wegesrand auf.

Die Neuauflage ist kostenlos in den Touristinformationen der Region oder unter www.felsenwinter.link/prospekte erhältlich.

Quelle: Tourismusverband Sächsische Schweiz e.V.