Atmosphärische Leuchten, geschwungene Holzbänke und ein frisches Türkis an Boden und Wänden: Der Bahnhof Ansbach überzeugt nicht nur mit einem ansprechenden Design. Auch die Verknüpfung zum Rad-, Bus- und Autoverkehr, die Service-Angebote in der Bahnhofshalle und die Gestaltung der Wartebereiche im Außenbereich gefielen der Jury. Die Verkehrs- und Tourismusexperten, die im Auftrag der Allianz pro Schiene jährlich den kundenfreundlichsten Bahnhof wählen, lobten der Bahnhof Ansbach als gelungenes Gesamtpaket. Damit kann sich Bayern über seinen achten Bahnhof des Jahres freuen.
Bahnhof des Jahres 2026 Ansbach Foto: © Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski
Die Jury des gemeinnützigen Verkehrsbündnisses lobte in ihrer Würdigung, „dass die Macherinnen und Macher bei der Renovierung des Bahnhofs und des Umfelds auf eine ansprechende Gestaltung über die reine Funktionalität hinaus Wert gelegt haben.“ Der äußerlich schnörkellose Nachkriegsbau mit klaren Formen überrasche mit einer lichtdurchfluteten Wartehalle in frischem Design. Statt ungemütlicher Metallbänke warten im Bahnhof Ansbach Sitzmöglichkeiten aus Holz auf die Reisenden, und statt kaltweißen Funktionsleuchten sorgen stilvolle Deckenleuchten für eine angenehme Atmosphäre.
Verknüpfung zu Rad-, Bus- und Autoverkehr
Darüber hinaus würdigte die Jury die gelungene Anschlussmobilität am Bahnhof Ansbach: Für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer gebe es seit der Sanierung zahlreiche, meist überdachte Abstellanlagen mit kurzen Wegen zu Gleisen. Auch abschließbare Fahrradboxen sind vorhanden. Der Busbahnhof sei auf kurzem Weg erreichbar, eine Anfahrt mit Pkw und Taxi sei an den Seitenbereichen des Bahnhofs unkompliziert möglich.
Service-Angebote und Aufenthaltsqualität
Bepflanzte Bereiche mit Sitzgelegenheiten sorgen bei schönem Wetter für zusätzliche Aufenthaltsqualität an den Bahnsteigen. Für Reisegepäck stehen dort außerdem Schließfächer zur Verfügung. Eine moderne öffentliche Toilette findet sich auf dem Vorplatz des Bahnhofs. In der Bahnhofshalle können Reisende aus verschiedenen gastronomischen Angeboten, auch mit regionalen Produkten wählen.
Wenige Verbesserungsvorschläge
Bahnhof des Jahres 2026 Ansbach Foto: © Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski
Die Jury schlägt vor, die bereits renovierte Unterführung zwischen Bahnsteigen und Südausgang des Bahnhofs Ansbach durch zusätzliche Gestaltungselemente und Farbakzente freundlicher zu gestalten. Die Unterführung sei zwar ausgesprochen sauber und hell, so die Jury, wirke aber eher nüchtern und steril. Für die abfahrenden Busse auf dem Bahnhofsvorplatz wünscht sich die Jury eine Echtzeit-Anzeige im Bahnhof. Außerdem fände sie ein bahnhofsweites WLAN-Angebot hilfreich.
Auswahlkriterien der Jury
Mit dem Titel Bahnhof des Jahres zeichnet die Allianz pro Schiene seit 2004 die besten Bahnhöfe Deutschlands aus. Im Mittelpunkt stehen dabei die Perspektive und die Bedürfnisse der Reisenden. Die neunköpfige Jury bereist in jedem Jahr Bahnhöfe in Deutschland und beurteilt sie danach, ob Kundinnen und Kunden dort umfassende Informationen vorfinden, etwa zu ihren Zugverbindungen, aber auch zu anderen Verkehrsmitteln am Bahnhof, zu Serviceeinrichtungen und Sehenswürdigkeiten. Der Bahnhof des Jahres muss darüber hinaus sauber und gepflegt sein, Menschen mit unterschiedlichen Mobilitäts- und Reisebedürfnissen ansprechen und durch andere Verkehrsmittel lokal und regional verbunden sein.
Bahnhof des Jahres 2026 Ansbach Foto: © Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski
In der Jury vertreten sind die drei großen deutschen Kundenverbände: der Verkehrsclub Deutschland, der Fahrgastverband Pro Bahn und der Deutsche Bahnkunden-Verband. Weitere Mitglieder sind der Auto Club Europa, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club sowie die Kooperation Fahrtziel Natur und der Deutsche Tourismusverband. Die Geschäftsstelle der Allianz pro Schiene stellt zwei Mitglieder.
Quelle: Allianz pro Schiene e.V.