Tiere in Not versorgen, betreuen und in ein neues liebevolles Zuhause vermitteln – das sind die Aufgaben des Dresdner Tierheims. 2025 musste die städtische Einrichtung 861 Tiere aufnehmen. Zum Vergleich: 2024 waren es 959 und im Jahr davor 899 Neuzugänge. Auch, wenn die Aufnahmen 2025 um 11,5 Prozent zurückgingen: Die Betreuung und Vermittlung der Schützlinge bleibt anspruchsvoll. Gesucht werden Menschen, die Tieren in Not ein neues, liebevolles Zuhause bieten.
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Jeder dritte Neuzugang ist eine Katze
Aktuell beherbergt das Tierheim insgesamt 136 Schützlinge: 64 Katzen, 36 Hunde und 36 sonstige Tiere wie Reptilien, Nager, Vögel und Fische. Unter den 2025 aufgenommenen 861 Tieren waren 383 Katzen, 191 Hunde und 287 verschiedene andere Tiere wie Reptilien, Nager, Vögel und Fische. 336 von ihnen sind Fundtiere, also verirrte oder entlaufene Haustiere sowie Tiere, deren Halter unbekannt ist. Nicht alle Tiere bleiben lange im Dresdner Tierheim. 417 von ihnen – darunter 49 Hunde, 220 Katzen und 148 sonstige Tiere – fanden 2025 ein neues Zuhause. Zum Vergleich: 2024 konnten 538 Tiere vermittelt werden – darunter 82 Hunde, 186 Katzen und 270 sonstige Tiere. Von den 336 Fundtieren wurden 2025 nur 101 von ihren Haltern wieder abgeholt.
68 Tiere suchen ein liebevolles Zuhause
68 Tierheimtiere suchen dringend ein liebevolles Zuhause und können sofort vermittelt werden: 26 Katzen, 19 Hunde und 23 sonstige Tiere. Die Tiere stellen sich auf www.dresden.de/tierheim mit Text und Bild vor.
Wer sich für einen neuen Mitbewohner aus dem Dresdner Tierheim interessiert, wendet sich direkt ans Tierheim und vereinbart einen Termin. Das geht per E-Mail an
Bitte vormerken: Offenes Tierheim am 19. September 2026
Am Sonnabend, 19. September 2026, öffnet das städtische Tierheim von 13 bis 16 Uhr wieder seine Pforten und kann ohne Termin besucht werden. Die Tierexpertinnen und Tierexperten des Veterinäramts stellen Tiere vor, informieren über Tierhaltung, Tiergesundheit und ehrenamtliche Einsatzmöglichkeiten im Tierheim. Auch der beliebte Flohmarkt für Tierbedarf ist wieder dabei. Vereine und Initiativen, wie beispielsweise die Wildvogelhilfe und die Igelhilfe, beteiligen sich mit Infoständen und beantworten Fragen zu ihrer Arbeit und zum Tierschutz. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad wird dringend empfohlen, weil im unmittelbaren Umfeld des Tierheims nur wenige Parkplätze zur Verfügung stehen. Aus Gründen der Sicherheit und des Tierschutzes dürfen private Hunde nicht mit auf das Gelände gebracht werden.
Was es bedeutet, ein Tier aufzunehmen
Die Übernahme eines Tieres will gut überlegt sein. Insbesondere die folgenden Fragen müssen bedacht werden: Habe ich genug Kraft und Wissen für eine artgerechte Tierhaltung? Habe ich ausreichend Zeit für das Tier? Wer kümmert sich, wenn ich es vorübergehend oder längerfristig nicht kann? Bringe ich die nötigen Mittel auf, zum Beispiel für Futter und Tierpension? Bin ich bereit, mit meinem Tier weiter zu lernen? Akzeptiere ich, dass das Tierheimtier ein Vorleben hatte, welches oft nicht in Gänze bekannt ist? Bin ich bereit, auch mit möglichen Verhaltens- und Gesundheitsproblemen umzugehen und mit meinem Tier auch Schwierigkeiten zu meistern? Habe ich ein Netzwerk, das ich bei Fragen zurate ziehen kann?
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Tiere in Zwangspflege
2025 kamen beispielsweise 90 Hunde und 120 Katzen als Zwangspflegetiere ins Dresdner Tierheim. Die Tiere werden aufgenommen, weil ihre Besitzerin oder ihr Besitzer sich nicht um das Tier kümmert bzw. nicht kümmern kann. Zum Vergleich: 2024 kamen deshalb 136 Hunde und 126 Katzen ins städtische Tierheim.
Die Gründe für eine Zwangspflege im Tierheim sind vielfältig. Auslöser können beispielsweise eine schwere Erkrankung der Tierhalterin bzw. des Tierhalters, ein langer Krankenhaus- oder Haftaufenthalt sein. Eine Zwangspflege kann auch die Folge von Verstößen gegen das Tierwohl und den Tierschutz, Ordnungswidrigkeiten oder gar Straftaten sein. So nimmt das Veterinäramt vernachlässigte Tiere wegen tierschutzwidriger Haltung fort. Das Ordnungsamt beschlagnahmt gefährliche Hunde, wenn deren Halter nicht über die erforderliche Eignung verfügen. Das städtische Tierheim übernimmt dann die Unterbringung und Betreuung der Tiere. Die Kosten für die Zwangspflege trägt in jedem Fall die Tierbesitzerin bzw. der Tierbesitzer.
Gefährliche Hunde sind schwer vermittelbar
Ein problematischer Trend, der sich leider auch 2025 fortgesetzt hat, ist der lange Aufenthalt einzelner Tiere im Tierheim. Das betrifft vor allem Hunde. Nur wenige Hunde können schnell in eine neue Familie vermittelt werden. Ältere Hunde haben es deutlich schwerer, ein neues Zuhause zu finden. Auch gesundheitliche Probleme oder Verhaltensprobleme erschweren ihre Vermittlung. Viele Hunde sind nicht ausreichend sozialisiert. Häufig mangelt es an grundlegenden und Grundprinzipien einer Erziehung. Das erschwert die Übernahme durch neue Frauchen und Herrchen.
Mit ihrem gefährlichen, lauten Bellen schrecken sie potenzielle Interessentinnen und Interessenten oftmals ab. Viele Hunde zeigen bei der Kontaktaufnahme im Beisein des Pflegepersonals jedoch ein anderes, freundlicheres Bild. Deshalb lohnt in jedem Fall ein individueller Termin, um das Tier besser kennenzulernen.
Der Umgang mit diesen Tieren erfordert viel Arbeit, Geduld und Erfahrung. Hinzu kommen die gemäß sächsischem Gefahrhunderecht als gefährlich eingestuften Hunde. Um einen solchen Hund zu halten, muss zunächst ein gesondertes Erlaubnisverfahren beim Ordnungsamt absolviert werden.
Bei vielen Zwangspflegetieren laufen ordnungsrechtliche Verfahren und auch Strafverfahren. Das verzögert eine zeitnahe Vermittlung der Tiere weiter. Kommt die Tierhalterin bzw. der Tierhalter nicht für sein Zwangspflegetier auf, bedeutet das auch eine erhebliche finanzielle Belastung für das städtische Tierheim. Die Stadtverwaltung kann auf ihre Forderungen jedoch nicht verzichten. Im begründeten Einzelfall besteht deshalb auch die Möglichkeit zur Ratenzahlung.
Finanzielle Unterstützung
2025 verzeichnete das Tierheim Spendeneingänge in Höhe von rund 68.535 Euro. Nachlässe gingen 2025 nicht ein. Zum Vergleich: 2024 erhielt das Tierheim Spenden im Umfang von 107.000 Euro und aus Nachlässen 496.000 Euro.
Aktuelle Bauvorhaben
Das Tierheim investiert die Mittel in die ständige Verbesserung der Haltungsbedingungen für Tiere in Not. Das ermöglicht nicht nur den tierischen Bewohnerinnen und Bewohnern einen angenehmeren Aufenthalt auf Zeit, sondern erleichtert auch den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Arbeit. Um den Anforderungen an eine moderne Tierhaltung gerecht zu werden, sind beginnend ab 2026 Baumaßnahmen geplant, die ausschließlich aus Spenden und Nachlässen finanziert werden. Dafür sind vorerst 600.000 Euro veranschlagt. Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, Dresdens Beigeordnete für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen: „Ich danke allen, die sich mit Herz und Hand für die Tiere im städtischen Tierheim engagieren. Ich bin stolz auf unsere Mitarbeitenden und die über zwanzig aktiven ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Sie kümmern sich fürsorglich um Hund, Katze und Co. Ein herzliches Dankeschön auch allen Menschen, die unseren Tierheimtieren ein neues Zuhause bieten oder die Arbeit des Tierheims finanziell unterstützen! Wir sind für jede Unterstützung dankbar.“
Kommunale Einrichtung
Das Tierheim in Dresden-Stetzsch ist eine Einrichtung des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamts. Neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tierheims kümmern sich um die Unterbringung von Fundtieren und von behördlich beschlagnahmten Tieren. Im Einzelfall versorgen sie auch Tiere von Krankenhauspatientinnen und -patienten, Inhaftierten und Verstorbenen sowie je nach Kapazität auch abgegebene Tiere. Neben städtischen Haushaltsmitteln werden überwiegend Spenden und Nachlässe für den Betrieb des Tierheimes eingesetzt. Anders als vereinsgeführte Tierheime erhält das städtische Tierheim keine Förderung vom Freistaat Sachsen.
Weitere Infos: www.dresden.de/tierheim
Quelle. Landeshauptstadt Dresden