Zum Internationalen Museumstag am Sonntag gewährt die Festung Königstein seltene Einblicke. So können Besucher die imposante, dreistöckige Dachkonstruktion des Neuen Zeughauses von innen besichtigen oder in den einst streng geheimen DDR-Atombunker hinabsteigen. Ein eindrückliches Erlebnis ist das Salutschießen mit der 300 Jahre alten Festungskanone „Starke Auguste“.

Das Neue Zeughaus auf der Festung Königstein ist in seiner heutigen Form 210 Jahre alt; zum Museumstag ist die Besichtigung des alten Dachstuhls möglich. Foto: Festung Königstein gGmbHDas Neue Zeughaus auf der Festung Königstein ist in seiner heutigen Form 210 Jahre alt; zum Museumstag ist die Besichtigung des alten Dachstuhls möglich. Foto: Festung Königstein gGmbH

Hoch hinauf in den Dachstuhl
Der Vorläufer des heute als „Neues Zeughaus“ bekannten Gebäudes hinter dem Torhaus wurde 1631 unter Kurfürst Johann Georg I. über dem Festungsaufgang errichtet. Der Bau verband Verteidigungsfunktionen mit höfischer Repräsentation: Über Schießscharten und Luken im Holzfußboden lag ein Festsaal. Mehr als 100 hier befindliche Porträts sächsischer Offiziere und Generäle brachten ihm den Beinamen „Heldensaal“ ein. 1806 zerstörte ein Brand den ursprünglichen Dachstuhl. Ab 1816 wurde das Gebäude in heutiger Form geschaffen. Das neue dreistöckige Dachgeschoss und ein erhaltener Handgöpel zum Heraufziehen von Lasten zeugen von der einstigen Nutzung zur Lagerung von Waffen und anderer militärischer Ausrüstung. Heute beherbergt das Neue Zeughaus die Dauerausstellung „Faszination Festung“. Das Dresdner Militärhistorische Museum der Bundeswehr zeigt darin anhand von 200 Objekten, wie sich Verteidigungsanlagen, Belagerungstechniken und Waffen über Jahrtausende entwickelt haben.

Mitglieder des Festungsvereins Königstein begleiten Interessierte am Museumstag mehrmals täglich zwischen 11 und 16 Uhr durch das Dachgeschoss des Neuen Zeughauses. Die im Festungseintritt enthaltenen Führungen starten am Informationsstand des Vereins neben dem Bauwerk. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Lautstarkes Highlight: Die Kanone „Starke Auguste“ ist 300 Jahre alt; zum Museumstag wird aus dem Bronzerohr geschossen. Foto: Marko Förster/Festung Königstein gGmbHLautstarkes Highlight: Die Kanone „Starke Auguste“ ist 300 Jahre alt; zum Museumstag wird aus dem Bronzerohr geschossen. Foto: Marko Förster/Festung Königstein gGmbH

Höhepunkt des Internationalen Museumstags ist das Salutschießen mit der „Starken Auguste“. Von 14 bis 15 Uhr lassen die „Kurfürstlich Sächsischen Kanoniere Augusts des Starken 1730“ von der Schützengesellschaft Friedersdorf mit den Festungskanonieren die 300 Jahre alte, 24-pfündige Kanone der Festung Königstein donnern. Besucher können aus sicherer Entfernung beobachten, wie das über fünf Tonnen schwere Geschütz geladen und mit Blindschüssen abgefeuert wird.

Tief hinab in verborgene Gänge
Auch unter der Erde öffnen sich sonst verschlossene Türen: Um 11:30, 13:00 und 14:30 Uhr führt „Festung Unterirdisch“ in verborgene Gänge, Kasematten und jahrhundertealte Bauten. Um 13:30 Uhr startet der Rundgang „Festung Top Secret“ durch den einstigen DDR-Atombunker im Festungswald. Die Räume sind ein authentisches Zeitdokument des Kalten Krieges – und bieten mit Licht- und Toninstallationen heute ein immersives Museumserlebnis. Tickets für die Führungen gibt es vor Ort oder im Online-Ticketshop unter www.festung-koenigstein.de.

Rundgang „Festung Top Secret“ durch den einstigen DDR-Atombunker. Foto: Hans-Joachim Rühle/Festung Königstein gGmbHRundgang „Festung Top Secret“ durch den einstigen DDR-Atombunker. Foto: Hans-Joachim Rühle/Festung Königstein gGmbH

Ausblick auf Pfingsten: Historische Technik erleben
Bereits zu Pfingsten erweckt der Festungsverein Königstein eine weitere historische Einrichtung zum Leben: die Rote Brücke. Am Sonnabend, dem 23. Mai, setzen die Mitglieder des Vereins die mechanische Wippbrücke aus dem Jahr 1886 mehrmals täglich in Bewegung und veranschaulichen so ihre Funktion als Teil eines ausgeklügelten Verteidigungssystem

Quelle: Festung Königstein gGmbH