Für Ritter „Karl von Meißen“, alias Knut Klug ist es die 44ste Saison, die er als Ritter im Sattel absolviert. Nach einem halben Jahr Pause kommt er in diesen Tagen mit seinem Team zusammen, um für die Turniere 2026 zu trainieren. „Das ist unbedingt nötig, selbst wenn du schon so lange dabei bist“, erklärt der Ritter. „Die Lanze bei einem Ritterturnier wiegt etwa acht Kilogramm, die hast Du in der rechten Hand. In der linken Hand hältst du den Schild, der dich schützt und zugleich die Zielscheibe für den Gegner ist und auch die Zügel. Das Pferd führe ich dann mit den Schenkeln und mit dem Kopf“, beschreibt der Ritter. „Kurz vor dem Aufprall hälts du den Schild steif und zielst mit der Lanze auf den Schild des Gegners.“ Ein gutes Pferd wisse dann, dass es weiterlaufen soll und vertraut dem Reiter. „Da ist das Pferd Vollprofi“, sagt Knut „Es weiß, wann es losgeht, und kennt die Richtung.“  

Wenzel Ritterspiele. Foto: bibow communication GmbHWenzel Ritterspiele. Foto: bibow communication GmbH

Nach der sechsmonatigen Winterpause werden vor allem die Tiere auf das Bevorstehende trainiert, damit sie wieder an Feuer, Lanzen und das gegeneinander Anreiten gewöhnt werden. Weit über 1000 Turniere hat der Stuntreiter schon bestritten und doch gab es immer mal Verletzungen, auch nach 44 Jahren in der Arena. Mal eine Prellung, einen Muskelriss und auch einmal einen Bruch. Man könne noch so sicher im Sattel sein, aber „manchmal haben Kleinigkeiten schmerzhafte Folgen.“ Der Fehler eines Technikers führte vor ein paar Jahren zu einem lauten Knall in der Box hinter ihm, so dass sein Pferd eine Capriole schlug und im Anschluss auf den Ritter stürzte.  
 
An einem Turniertag in Altzella gehen die Ritter um Knut zweimal auf die Turnierbahn, um im sportlichen Wettkampf die Lanzen zu brechen. Sieger ist, wer zuerst drei Lanzen am Schild des anderen zerbricht oder wer den anderen aus dem Sattel zwingt.  

Darüber hinaus werden über fünfzig Handwerker- und Händlerstände im Klosterareal von Altzella aufgestellt. Man kann den Meistern bei der Arbeit zuschauen, mit Händlern feilschen oder einfach nur durch den bunten Trubel schlendern.  Mit einem Ziel vor Augen: einen der begehrten Sitzplätze in der Nähe der Bühne zu erhaschen. Denn auf dem überdachten Podium wechseln sich mittelalterliche Unterhaltungskünstler ab: Musikanten, die mit Uralt- Instrumenten die Gassenhauer Anno 1300 spielen oder Gaukler, die auf verblüffende Weise die Schwerkraft überlisten.  

Ritterquartett in Altzella. Foto: bibow communication GmbHRitterquartett in Altzella. Foto: bibow communication GmbH

Das Markttreiben mit Turnieren findet Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 19 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 13 Euro für Erwachsene, 6 Euro für Kinder und 10 Euro für historisch gekleidete Besucher. Familien zahlen nur für das erste Kind. Für alle weiteren Kinder und für Kinder im Vorschulalter ist der Eintritt frei.   

Die Rittertuniere, bei denen man Karl von Meißen und seine Herausforderer mit ihren professionellen Pferden erleben kann, finden an beiden Tagen jeweils 13:30 und 16:30 Uhr statt.  

Quelle: bibow communication GmbH