Zum Jahresbeginn gibt es gute Neuigkeiten für alle kleinen und großen Tierfreunde in und um Meißen: „Mit der noch Ende Dezember erteilten Tierparkgenehmigung steht der Eröffnung unseres Familientierparks 2026 rechtlich nichts mehr im Wege“, so Oberbürgermeister Markus Renner. Über 1.000 Seiten umfasste der Genehmigungsantrag, der Ende 2024 beim Kreisumweltamt eingereicht wurde. Er umfasst neben den konkreten Planungen zum Tierbestand und den Gehegen auch die Artenschutzbestreben des künftigen Tierparks, das pädagogische Konzept Angaben zur veterinärmedizinischen Versorgung der Tiere und Vorkehrungen zur Förderung ihres natürlichen Verhaltens. „Wir freuen uns darauf, dass hier ein besonderer Anziehungspunkt nicht nur für die Meißnerinnen und Meißner, sondern für die ganze Region entsteht“, so der Oberbürgermeister, der heute gemeinsam mit Falk Müller, Geschäftsführer des Tierparkbetreibers Städtische Dienste Meißen (SDM) und TierparkleitermTimo Stephany zum aktuellen Stand der Neueröffnung informierte. „Vier der geplanten fünf Tierpflegerstellen sind ebenfalls bereits besetzt, alle freuen sich auf die Aufgabe, diesen Park von Anfang an mit aufzubauen“, erzählt Falk Müller. „Perspektivisch möchten wir den Tierpark in Zusammenarbeit mit der IHK und befreundeten Tierparks sogar zum Ausbildungsbetrieb entwickeln.“
Neues vom Familientierpark - In Meißen fällt der Winterschlaf aus. Foto: Stadt Meißen
Erste Bauten stehen
Unterdessen gehen auch die Bauarbeiten an dem rund 1,7 ha großen Tierparkgelände trotz des winterlichen Wetters weiter voran. Oberhalb des Parkplatzes entsteht eine Art Eingangsportal. Hier wird später auch der Kassenautomat zu finden sein. Angrenzend am Parkplatz wurde, finanziert aus Mitteln des GRW-Infra-Strukturprogrammes, eine öffentliche Toilette errichtet, die in Zukunft für Gäste des Tierparks wie auch des Schlossparks Siebeneichen nutzbar sein soll.
Durch den Eingangsbereich des Tierparks gelangt man künftig direkt zum großzügigen
Erlebnis-Bauernhof. „Er wird ein Kernstück des neuen Tierparks und das Zuhause für DahomeyZwergrinder, Alpakas, Soay-Schafe, Deutsche Edelziegen, Mini-Shetlandponys, Sachsenhühner und verschiedenen Meerschweinchenarten“, so Tierparkleiter Timo Stephany. „In das dazugehörige Streichelareal begeben sich die Tiere nach eigenem Empfinden oder dürfen am Zaun gestriegelt und mit artgerechtem Futter gefüttert werden.“ So können schon die Kleinsten auf behutsame Art mit den seltenen Haustierrassen Kontakt aufnehmen. Noch im Februar soll zudem die Wirtschaftsgebäude im oberen Bereich der Anlage fertig saniert sein. Daneben steht schon das Fundament für eine Futterküche, die im Frühjahr ergänzt wird.
Tierparkerlebnis für die ganze Familie
Nach seiner Sanierung kann das Wirtschaftsgebäude unter anderem als Aufenthaltsraum für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch für kleinere gastronomische Angebote genutzt werden. Außerdem entsteht in den Räumen noch eine Behindertentoilette. Von der großzügigen Terrasse aus haben Eltern und Großeltern künftig zwei Bereiche mit Spiel- und Klettermöglichkeiten für kleine und größere Kinder gut im Blick. Sie werden ebenso wie die Tiergehege in einem nächsten Bauschritt entstehen, sobald es die Witterungsbedingungen zulassen. Doch nicht nur die Spielbereiche machen den geplanten Tierpark besonders
familienfreundlich. Trotz der anspruchsvollen Hanglage wird großer Wert auf barrierearme Zugänge, etwa durch geschwungenere Wege gelegt. Eine üppige Begrünung mit Hecken, Sträuchern und Blühwiese schafft eine naturbelassene Atmosphäre. Ruheinseln und Fotopunkte laden zusätzlich zum Entspannen, Innehalten und Staunen ein.
Im Zentrum des Parks steht das ca. 3.300 Quadratmeter große Berberaffengehege, das gemeinsam mit dem Tierpflegepersonal auf kommentierten Führungen erkundet werden kann. Hier haben die Besucherinnen und Besucher die Chance, die einzige europäische Primatenart einmal aus der Nähe und ohne Zaun zu beobachten. Gleichzeitig wird es für die Tiere immer genug Rückzugsmöglichkeiten geben.
Bedrohte Arten im Fokus - und auf dem Logo
Mit der Aufnahme von einheimischen ganz oder beinahe ausgestorbenen Wildtierarten will man für den Artenschutz vor der Haustür sensibilisieren. Dazu zählen beispielsweise der Europäische Nerz, die Würfelnatter oder der bedrohte Feuersalamander, der es sogar auf das neue Tierparklogo geschafft hat.Das frühere Wirtschaftsgebäude wird unter anderem Terrarien mit Kleinsäugern, Amphibien und Insekten beherbergen. Fast alle Tierarten sind schon reserviert und werden über den sogenannten offenen Tiertausch mit anderen Tierparks und Zoos nach Meißen gelangen.
Finanzierung und Planung
„Für die Umgestaltung des Geländes zum Familientierpark wenden wir bis 2026 etwa 1,7 Mio.Euro aus städtischen Eigenmitteln auf“, so Oberbürgermeister Markus Renner. Betreiber des Parks sind die Städtischen Dienste Meißen (SDM). „Wir danken allen, die dieses anspruchsvolle Projekt mit auf den Weg gebracht und
unterstützt haben, vor allem der AG Tierpark und unseren Stadträtinnen und Stadträten.“ Die Planungen für das Freigelände hatte das Atelier Grün aus Krögis gemeinsam mit dem städtischen Bauamt übernommen.
Neben Eintrittsgeldern wird der Park sich über städtische Zuschüsse und Spenden finanzieren. Um letztere einzuwerben, soll in Kürze ein neuer Förderverein gegründet werden
Quelle: Stadt Meißen