Vor einer Woche herrschten in manchen Regionen noch Eis und Schnee, jetzt wagen sich bei milden Vorfrühlingstemperaturen immer mehr Tiere aus den Winterquartieren. Frösche und Kröten begeben sich auf Wanderschaft, Vögel beginnen mit dem Nestbau und auch die Insektenwelt kommt in Bewegung. Ob im Garten oder in der freien Natur: Wer am Wochenende die Augen offenhält, kann bereits die ersten Marienkäfer, Bienen und Schmetterlinge sehen.
Brummende Holzbienen und zarte Zitronenfalter - NABU-Naturerlebnistipps fürs Wochenende. Foto: Gernot auf Pixabay
Zu den frühen Tagfaltern gehört neben Admiral, Tagpfauenauge und Kleinem Fuchs der Zitronenfalter. „Während viele Arten die kalte Jahreszeit in Form von Eiern oder Raupen verbringen, überwintern bei den frühen Schmetterlingen die ausgewachsenen Falter. Sobald die Temperaturen steigen, können sie losflattern“, weiß NABU-Sprecher Helge May. „Zunächst wachen die männlichen Schmetterlinge auf, deshalb sieht man momentan auch nur knallgelbe Zitronenfalter. Die blassgelben, fast weißen Weibchen folgen erst in den nächsten Wochen.“
Ein weiterer auffälliger Frühstarter ist die Holzbiene. Die größte heimische Wildbiene überwintert in totem Holz, dort wächst auch ihr Nachwuchs heran. Je nach Lichteinfall erscheint die Biene schwarz oder metallisch blau, ihre Größe und das deutlich vernehmbare Brummen machen sie unverwechselbar.
Brummende Holzbienen und zarte Zitronenfalter - NABU-Naturerlebnistipps fürs Wochenende. Foto: Jurgen auf Pixabay
„Die Brummer haben zwar einen Stachel, sind aber ausgesprochen friedlich“, erläutert May. „Im Beobachtungsportal NABU-naturgucker.de gibt es aus den letzten Tagen bereits zahlreiche Meldungen, nördlich ungefähr bis Hannover. Schon am Wochenende könnten sie sich auch in Hamburg oder Berlin zeigen. Wer Frühlingsboten wie die Holzbiene sieht, kann diese gerne online melden. So lässt sich das Voranschreiten der Jahreszeit gut nachvollziehen. Und wer sich bei der Bestimmung nicht sicher ist, lädt ein Bild mit hoch. Die NABU-naturgucker-Community hilft gerne.
Brummende Holzbienen und zarte Zitronenfalter - NABU-Naturerlebnistipps fürs Wochenende. Foto: Petra auf Pixabay
Zusatzinformationen:
Während manche Insekten in ihrem kurzen Erwachsenenleben keine Nahrung mehr zu sich nehmen, sind die relativ langlebigen Zitronenfalter und Holzbienen auf Nektarzufuhr angewiesen. Beide sind wenig wählerisch, wobei Zitronenfalter gerne an Weidenkätzchen saugen. Am frühen Morgen kann man Holzbienen auch an sonnenbeschienenen Hauswänden entdecken, wo sie sich aufwärmen.
Dass wie beim Zitronenfalter geschildert Männchen früh starten, um dann die Weibchen abzupassen, ist in der Tierwelt weitverbreitet. Das liegt daran, dass es oft mehr Männchen als Weibchen gibt; Männchen die spät dran sind, finden keine Fortpflanzungspartnerinnen mehr. Auch bei der Krötenwanderung sind zunächst fast nur Männchen unterwegs. Ähnlich sieht es bei manchen Zugvögeln aus. So kommen Storchenmännchen zuerst zurück und besetzen schon mal das Nest, während Kranichpaare in der Regel die Reise gemeinsam zurücklegen.
Gemessen an der enormen Insektenvielfalt mit in Deutschland mehr als 30.000 Arten ist jetzt im Spätwinter erst ein kleiner Bruchteil aktiv. Dennoch gibt es viel zu entdecken. Neben Holzbienen wurden vereinzelt schon Mauerbienen sowie die ersten Hummelköniginnen gesichtet. Dazu gesellen sich Hainschwebfliegen und die ebenfalls zu den Schwebfliegen gehörenden Mistbienen, Siebenpunkt-Marienkäfer, Getreidehähnchen und Ölkäfer. Auch die Königinnen der invasiven Asiatischen Hornisse verlassen bereits ihre Winterverstecke, während sich die Europäischen Hornissen bisher noch Zeit lassen.
Quelle: NABU (Naturschutzbund Deutschland) e.V.