Seit Mitte 2025 verstärkten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) ihre Ticketkontrollen und setzen das auch 2026 fort. Ebenso regelmäßig finden so genannte Sperrkontrollen an Haltestellen statt. Die nächste ist für den 3. Juni 2026 geplant. Dabei werden die Ticketprüfer durch Sicherheitsdienste und Polizei unterstützt.
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Die Ergebnisse der bisherigen Kontrollen bestätigen einen Anstieg der Schwarzfahrer-Quote nach Ende der Corona-Pandemie. „Waren vor Corona im Durchschnitt etwa 2,5 Prozent unserer Fahrgäste ohne gültiges Ticket unterwegs, sind es inzwischen rund fünf Prozent“, bewertet DVB-Vertriebsleiter Sascha Heiser die aktuelle Statistik. Die nachlassende Zahlungsmoral für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel geht zu Lasten der ehrlichen Fahrgäste und der öffentlichen Hand, die den Fehlbetrag ausgleichen müssen. Hochgerechnet auf die 186,5 Millionen DVB-Fahrgäste, die 2025 mit Bus und Bahn in Dresden unterwegs waren, fuhren rund 9,3 Millionen ohne gültiges Ticket. So entgehen dem Unternehmen jährlich zwischen fünf und sieben Millionen Euro Fahrgeld. „Mit den intensiven Ticketkontrollen folgen wir nicht nur der Forderung des Dresdner Stadtrates zur Sicherung unserer Einnahmen“, sagt Heiser. „Es geht uns auch um die Sichtbarkeit bei unseren ehrlichen Kunden. Das Schwarzfahren darf nicht zur Normalität werden.“ Gerade in Zeiten klammer kommunaler Haushalte wird das Geld dringend für andere Leistungen als für den finanziellen Ausgleich von Schwarzfahrten benötigt. „Wir werden deshalb die intensiven Kontrollen fortsetzen“, so der Vertriebsleiter.
„Sperrkontrollen“ lassen sich nicht umgehen
Neben regelmäßigen Kontrollen in Bus und Bahn führen die DVB zusätzlich „Sperrkontrollen“ durch. Die erste fand am 24. Juni 2025 an der Julius-Vahlteich-Straße in Wölfnitz statt, weitere folgten im Jahresverlauf 2025 und 2026. Die nächste läuft am Mittwoch, dem 3. Juni 2026, im Dresdner Stadtgebiet. Der genaue Ort wird von den Prüfern nicht preisgegeben.
Bei einer „Sperrkontrolle“ steigen die Ticketprüfer eine Haltestelle vorher zu. Will ein Schwarzfahrer an der nächsten Station das Weite suchen, wird er dort von weiteren Kontrolleuren und der Polizei in Empfang genommen. Denn auch wer gerade aus der Bahn ausgestiegen ist, muss entsprechend der Beförderungsbestimmungen im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) einen gültigen Fahrschein vorzeigen können. Diese Art der Kontrolle lässt sich selbst von findigen Schwarzfahrern nicht umgehen. Weitere „Sperrkontrollen“ sind in Vorbereitung. Sie sollen auch abends und nachts stattfinden.
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Gewollt unvorhersehbar
Alle Ticketkontrollen werden im Auftrag der DVB durch speziell geschulte Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Götz durchgeführt. Bei den „Sperrkontrollen“ gibt es Unterstützung durch weitere Sicherheitskräfte und Beamte der Polizei. Im Durchschnitt soll jeder Fahrgast ein Mal pro Quartal kontrolliert werden, so ein interner Richtwert. Die Teams haben nahezu freie Hand, wann und wo sie kontrollieren. Lediglich Schwerpunkte werden zwischen DVB und den Kontrollteams abgestimmt. Das macht die Ticketkontrolle gewollt unvorhersehbar.
Schwarzfahren ist eine Straftat
Die durch Schwarzfahrer fehlenden Einnahmen in Millionenhöhe müssen von den ehrlichen Fahrgästen durch steigende Tarife und durch Zuschüsse aus der Stadtkasse, also den ohnehin knappen Steuergeldern, ausgeglichen werden. Die Rate der in Dresden ertappten Schwarzfahrer lag mit 2,5 bis 3 Prozent über Jahre stabil. Seit der Corona-Pandemie stieg diese an auf teilweise mehr als 5 Prozent - ein enormer unternehmerischer und gesellschaftlicher Schaden. Nicht umsonst steht das Schwarzfahren als „Erschleichung von Leistungen“ bundesweit immer noch auf der Liste der Straftaten und ist kein Kavaliersdelikt.
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Fokus liegt auf Wiederholungstätern
Bei den laufenden Kontrollen geht es nicht darum, sozial benachteiligte Menschen verstärkt ins Visier zu nehmen oder gar vor Gericht anzuklagen - für diese gibt es die trotz Preissteigerung immer noch günstigen Tickets über den Dresden-Pass. Vielmehr sollen die notorischen schwarzen Schafe, die immer wieder ohne Ticket fahren, aufgespürt und sanktioniert werden. Eine Forderung, die oft auch aus dem Kreis der ehrlichen Fahrgäste zu hören ist. Die DVB-Verantwortlichen sind sicher, dass der erhöhte Kontrollaufwand sehr schnell durch höhere Einnahmen kompensiert werden kann.
Quelle: Dresdner Verkehrsbetriebe AG