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Das Eisenbahntheater Das Letzte Kleinod greift in diesem Sommer ein besonderes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte wieder auf.

 

Das Eisenbahntheater Das Letzte Kleinod greift in diesem Sommer ein besonderes Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte wieder auf. Die Ereignisse in der bundesdeutschen Botschaft von Prag veränderten vor fünfunddreißig Jahren die Welt: Im Herbst 1989 kletterten Tausende von Zufluchtssuchenden aus der DDR über den Zaun des Botschaftsgeländes, um damit ihre Ausreise durchzusetzen. Zwei Monate später fiel die Mauer. Das Eisenbahntheater Das Letzte Kleinod erzählt diese Geschichte in einer reisenden Aufführung im Ozeanblauen Zug an Bahnhöfen in Sachsen und Bayern. Das Stück wird auf den originalen Bahnhöfen gespielt, welche die Ausreisezüge damals passierten.

Über den Zaun v.l.n.r. Wiesner Makarov Polevikov © © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte KleinodÜber den Zaun v.l.n.r. Wiesner Makarov Polevikov © © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte Kleinod 

Zuerst waren es nur ein paar Dutzend DDR-Bürger, die ihre Ausreise in die Bundesrepublik erzwingen wollten. Nach und nach kletterten immer mehr Menschen über den Zaun der Deutschen Botschaft in Prag. Die Botschaft verwandelte sich innerhalb weniger Tage in ein Flüchtlingslager. Frauen und Kinder wurden in den Räumen der Botschaft untergebracht, für die Männer stellte das Rote Kreuz Klappbetten unter freiem Himmel auf. Die Lage spitzte sich zu, am Ende kampierten 4.000 Personen auf dem Anwesen der Botschaft.

Über den Zaun M. Wiesner © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte KleinodÜber den Zaun M. Wiesner © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte Kleinod 

Schließlich gab die DDR-Regierung nach und gestattete die Ausreise nach Westen mit der Reichsbahn. Zahlreiche Menschen säumten die Gleise. Immer wieder wurde der Zug an Bahnhöfen und Übergängen gestoppt, Einzelnen gelang es sogar, in den Zug zu steigen. Unter Tränen und Jubel fuhren die Züge schließlich im Bahnhof der damaligen Grenzstadt Hof ein. Das Theaterprojekt setzt sich mit einer Geschichte auseinander, welche maßgeblich zur Öffnung der Grenzen und zum Fall der Mauer beigetragen hat.

Über den Zaum links M. Wiesner © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte KleinodÜber den Zaum links M. Wiesner © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte Kleinod 

Die dokumentarische Theatervorstellung wird nach den Erzählungen von Zeitzeug:innen entwickelt. Geflüchtete, Botschaftsangehörige, Rote-Kreuz-Helferinnen, Nachbarn des Botschaftsviertels und Eisenbahner erinnerten sich an die Geschehnisse dieses Spätsommers. Die Zuschauenden werden in Gruppen von Spielort zu Spielort und durch den Theaterzug geführt. Die Bühnenbilder sind mit authentischen Objekten aus der damaligen Zeit gestaltet, auf einem der Waggons wird sogar ein Trabi mitgeführt. Das Projekt geht mit dem Ozeanblauen Zug auf die Reise, im weltweit einzigen Theaterzug sind Bühnenräume, Unterkünfte und Werkstätten untergebracht.

Über den Zaun A.Harms,  R.Boklanov © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte KleinodÜber den Zaun A.Harms, R.Boklanov © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte Kleinod 

Über den Zaun 2024
Hof 28. - 30.06., Am Güterbahnhof 7a
Plauen 02. - 04.07., Oberer Güterbahnhof, Pausaer Str. 15
Dresden 07. - 11.07., Güterbahnhof Dresden-Friedrichstadt, Waltherstr. 34

Über den Zaun oben V. Makarov © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte KleinodÜber den Zaun oben V. Makarov © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte Kleinod

Die Vorstellung beginnt jeweils um 18:00 Uhr, dauert ca. 90 Minuten und ist eingeschränkt barrierefrei. Festes Schuhwerk und wettergemäße Kleidung werden empfohlen.
Tickets und Informationen: www.das-letzte-kleinod.de

Über den Zaun - Sven Reese © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte KleinodÜber den Zaun - Sven Reese © Jens-Erwin Siemssen, Das Letzte Kleinod

Quelle: Das Letzte Kleinod