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Dresden. Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Stallhof in Dresden ist wieder vollständig abgebaut. Nun gibtb es die Trinkbecher als Erinnerung.

Der mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Stallhof in Dresden ist wieder vollständig abgebaut. Nach vier Wochen Montage und Demontage stehen der gesamte Markt jetzt wieder in den Lagern der Torgauer Agentur „Sündenfrei“ und die Veranstalter vor erheblichen Herausforderungen. Als die Nachricht vom Verbot der Weihnachtsmärkte das Aufbauteam im Stallhof (Mittelalter- Weihnacht) erreichte, waren die Arbeiter gerade dabei, die letzten Platten des Holzfußbodens zusammenzuschrauben. Die Dekorateurin Ute Spieß, die gerade eine der insgesamt 15 aufwändigen Tannenranken angebracht hatte, setzte sich und gab den Tränen freien Lauf. „Zwei Jahre hintereinander ohne Weihnachtsgeschäft, das schaffe ich nicht mehr!“ Ähnlich wir ihr ging es fast allen Händlern, die auf dem beliebten Mittelalter- Weihnachtsmarkt im Dresdner Schloss ihre Stände aufgebaut hatten. Sie hatten sich im letzten Jahr Arbeit gesucht, um über das Jahr zu kommen und kurz vor Beginn der Weihnachtsmarktsaison die Jobs gekündigt, um wieder ins Geschäft einzusteigen.

Mittelalterliche Weihnachtsmarkt im Stallhof Dresden: Onlineshop, Kurzarbeit und Bauernkrieg Foto: MeiDresden.de     Becher: SündenfreiMittelalterliche Weihnachtsmarkt im Stallhof Dresden: Onlineshop, Kurzarbeit und Bauernkrieg Foto: MeiDresden.de Becher: Sündenfrei

Gern erinnert sich Henri Bibow, Chef der Mittelalteragentur „Sündenfrei“ aus Torgau, an das Jahr 2019. Mit über 430.000 gezählten Besuchern war die Mittelalter- Weihnacht im Stallhof eine „sehr große Hausnummer“ in seinem Veranstaltungsunternehmen. Jetzt müssen Bibow und seine Leute - die vielen Händler, Handwerker, Gastronomen und Künstler - einen weiteren Winter pausieren. „Das ist bitter“, sagt er, denn auch die anderen Märkte der Agentur, in Chemnitz, Leipzig und Hohenfelden bei Erfurt und in NRW wurden gestrichen. Für die Mitstreitenden, die bei seinen Mittelalterveranstaltungen dabei sind, sei der Verlust kaum wettzumachen. „Viele werden Sozialhilfe beantragen oder die Branche wechseln müssen“, so Bibow. Doch er relativiert: „Eine unserer erfolgreichen Shows vor Corona war der „Pestzug“, der an den schwarzen Tod und die vielen Opfer im Mittelalter erinnerte. Ob unsere Nachfolger in hundert Jahren einen Pestzug in Erinnerung an ausgefallene Weihnachtsmärkte bringen? Wohl kaum. Die Politik hat uns im letzten Jahr nicht im Stich gelassen. Besser leise jammern, gesund bleiben und voller Hoffnung auf das nächste Jahr schauen.“

Den Optimismus nimmt er aus insgesamt fünfzehn Veranstaltungen, die seine Firma im Spätsommer 2021 trotz der Pandemie organisiert hatte und die allesamt sehr erfolgreich waren. Das Agenturgeschäft gehe weiter, denn schließlich muss die neue Saison gut vorbereitet sein, auch wenn man wieder nicht weiß, welche der 51 geplanten Großveranstaltungen am Ende stattfinden werden. Für das zehnköpfige Sündenfrei- Team geht es jetzt daran, die abgebauten Weihnachtsmärkte einzulagern. Im Anschluss wird ein Teil der Belegschaft die Saison 2022 weiter vorbereiten oder in Kurzarbeit wechseln. In den Torgauer Sündenfrei - Werkstätten wird die Arbeit fortgesetzt. Fünfhundert Jahre Bauernkrieg ist einer der kommenden Themen- Schwerpunkte, wofür jetzt detailgetreue Kampfwagen gebaut werden. Zudem müssen die Stände, Bühnen und Kulissen, auch wenn sie nicht in Betrieb sind, ständig in Schuss gehalten werden.

Für ein kleines Weihnachtsgeschäft hat die Agentur einen Onlineshop gestartet, in dem einige besondere Produkte der Mittelalter- Handwerker und die beliebten Glühweinbecher vom Stallhof und den anderen ausgefallenen Weihnachtsmärkten angeboten werden. Ein paar Tausend stehen im Lager, alle mit Logo des Marktes und der Aufschrift „Coronajahr 2021“. Auf der Seite: https://www.mittelalter-weihnacht.de/ können die Gäste der Weihnachtsmärkte sich jetzt zumindest Erinnerungs- Keramikbecher für Weihnachtsmärkte, die nie stattgefunden haben, kaufen.

Quelle: Sündenfrei