Am Mittwoch fand eine gemeinsame Rettungsübung der Dresdner Verkehrsbetriebe und der Feuerwehr an der Schwebebahn statt. Trainiert wurde die Rettung in Not geratener Personen aus einem Wagen der historischen Schwebebahn.

Jedes Jahr trainiert  die Dresdner Feuerwehr gemeinsam mit den Dresdner Verkehrsbetrieben die Rettung in Not geratener Personen aus einem Wagen der historischen Schwebebahn. 2020 sind auch angehende Betriebsleiter von Seilbahnen aus ganz Deutschland vor Ort. Die DVB bieten bundesweit den einzigen Ausbildungsstandort dafür.  Im Havariefall hängen die Fahrgäste buchstäblich in der Luft – bis zu 13 Meter über dem Boden. Wegen der Hanglage kann nicht überall eine Leiter angestellt werden – in solch einem Fall bleibt dem Höhenrettungsdienst der Feuerwehr nur das Abseilen aus dem hängenden Wagen.

Die Spezialisten klettern dann an einem der Masten bis zum Gondelkorb der Bahn und öffnen hier eine dafür vorgesehene Notluke. Auf dem Wagendach befestigen sie ihr Rettungsgerät und seilen die Passagiere zum Boden ab.

Glücklicherweise gab es bisher nur sehr selten eine ernsthafte Havarie, Unfälle sind äußerst rar. Das Archiv verweist in der fast 120-jährige Geschichte der Bahn nur auf drei Fälle: 1932, 1998 und 2014 kam es zu Berührungen mit Lastkraftwagen, die wegen ihrer zu großen Höhe einen Schwebebahnwagen rammten – zum Glück jeweils ohne Verletzte. Meist hing der Wagen bei Havarien kurz vor einer der beiden Stationen fest, und die Fahrgäste konnten von dort über eine Leiter gerettet werden. Geübt werden muss der Ernstfall dennoch regelmäßig.

Sicherheit ist oberstes Gebot
Die Sicherheit ist bei den Dresdner Bergbahnen ohnehin oberstes Gebot. Im Zuge der zweimal jährlich durchgeführten und gesetzlich geforderten Revisionen wird auch an der Schwebebahn die gesamte Technik geprüft. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Zustand der 33 Stahlstützen und des Fahrschienenträgers. Dazu wird jeweils auch die Elektrik, die Fördermaschine in der Bergstation sowie die Seilbahnsteuerung geprüft. Bei Stromausfall sorgt ein Notstromaggregat dafür, dass die Fahrgäste noch bis in die nächste Station gelangen und dort die Wagen gefahrlos verlassen können.

Die Dresdner Schwebebahn wurde am 6. Mai 1901 eröffnet und ist damit die älteste in dieser Form erhaltene Bahn weltweit. Zwischen dem Loschwitzer Körnerplatz und Oberloschwitz ist sie noch immer täglich von 9:30 Uhr bis 20:00 Uhr unterwegs. Mit einer maximalen Fahrgeschwindigkeit von zweieinhalb Metern pro Sekunde überwindet die Bahn eine Streckenlänge von 274 Metern und einen Höhenunterschied von 84 Metern. Das technische Denkmal gilt als eine der beliebtesten Touristenattraktionen der sächsischen Landeshauptstadt.

Technische Daten
- Eröffnung: 6. Mai 1901, damit älteste Schwebebahn dieser Art weltweit (119 Jahre)
- Streckenlänge: 273,8 m
- Höhenunterschied: 84,2 m
- Maximale Neigung: 39,9 %
- Fahrzeit: ca. 2,5 Minuten
- Geschwindigkeit: 1,5 m/s
- Anzahl der Stützen: 33
- maximale Stützenhöhe: 14 m
- Höhenbeschränkung Veilchenweg (Unfallstelle): 2,60 m
- Länge des Seils: 410 m
- Seildurchmesser: 38 mm
- Treibscheibendurchmesser: 4 m
- Platzkapazität: 40 Personen pro Wagen
- Förderleistung pro Stunde: 400 Personen
- Fahrgastzahlen: 294.000 (2019)
- Ticketeinnahmen: 533.000 € (2019)