SachsenEnergie hat einen entscheidenden Schritt für die Versorgung der Halbleiterindustrie im Dresdner Norden mit eigenem Industriewasser erreicht. Mit HOCHTIEF wurde ein Generalübernehmer für Planung, Genehmigung und Bau des neuen Flusswasserwerks beauftragt. Der Kommunalversorger setzt damit auf einen starken Partner, der alle zentralen Aufgaben in einer Hand bündelt. Heute hat SachsenEnergie gemeinsam mit den Fördermittelgebern, dem Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden, symbolisch die Spaten an HOCHTIEF übergeben. Ab 2030 soll das erste Dresdner Flusswasserwerk Unternehmen des größten europäischen Halbleiterclusters im Dresdner Norden mit Industriewasser versorgen. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung von der industriellen Nutzung nachhaltig zu trennen und beide Systeme zukunftssicher aufzustellen.

Große Verantwortung braucht starke Partner (v.l.n.re.): Heinrich Hünting (Abteilungsleiter Wirtschaft, Innovation und Mittelstand im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz), Frank Bösenberg (Geschäftsführer Silicon Saxony), Hagen Schroth (Niederlassungsleiter Berlin-Brandenburg HOCHTIEF Infrastructure), Dr. Frank Brinkmann (Vorstandvorsitzender SachsenEnergie), Dirk Hilbert (Oberbürgermeister der Stadt Dresden)  Foto: © Martin FörsterGroße Verantwortung braucht starke Partner (v.l.n.re.): Heinrich Hünting (Abteilungsleiter Wirtschaft, Innovation und Mittelstand im Sächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz), Frank Bösenberg (Geschäftsführer Silicon Saxony), Hagen Schroth (Niederlassungsleiter Berlin-Brandenburg HOCHTIEF Infrastructure), Dr. Frank Brinkmann (Vorstandvorsitzender SachsenEnergie), Dirk Hilbert (Oberbürgermeister der Stadt Dresden) Foto: © Martin Förster

SachsenEnergie-Vorstand Dr. Frank Brinkmann: „Mit HOCHTIEF haben wir einen leistungsfähigen Partner an unserer Seite, der umfangreiche Erfahrung im Bau großer Infrastrukturanlagen mitbringt. Die Beauftragung als Generalübernehmer ist ein entscheidender Schritt für dieses große Projekt. SachsenEnergie hat der Halbleiterindustrie das Versprechen für eine stabile Wasserversorgung gegeben. Wir haben volles Vertrauen, dass wir gemeinsam mit HOCHTIEF Motor und Ermöglicher für die Region und die sächsische Industrieansiedlung in Dresden sind.“

Dirk Panter, Sächsischer Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz: „Mit bis zu 100 Millionen Euro Förderung setzt der Freistaat Sachsen ein klares Signal: Wir stärken Europas bedeutendsten Mikroelektronikstandort und schaffen die Grundlage für weiteres strategisches Wachstum, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig zeigt dieses Projekt im Schulterschluss mit der Stadt Dresden und Versorgern wie SachsenEnergie, dass große Industrieansiedlungen nur mit einer leistungsfähigen Wasser-, Energie- und Verkehrsinfrastruktur erfolgreich sind – und dass solche Zukunftsprojekte in Deutschland umsetzbar sind.“

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert: „Das Projekt ist ein zentraler Baustein, um Dresdens führende Rolle als Herz der europäischen Mikroelektronik weiter zu stärken. Die Erfüllung hoher Nachhaltigkeitsstandards spielt bei den Investitionsvorhaben der Chip-Industrie eine wichtige Rolle. Mit dem neuen Flusswasserwerk schonen wir die wertvolle Ressource Wasser und schaffen Versorgungssicherheit für den wachsendenden Halbleiterstandort Dresden. Ich freue mich, dass wir mit der heutigen Beauftragung einen weiteren Schritt für Dresden und Silicon Saxony vorankommen.“

Hagen Schroth, Leiter Building Berlin-Brandenburg und Standortleiter für den Raum Dresden der HOCHTIEF Infrastructure GmbH: „Wir danken SachsenEnergie für das große Vertrauen und freuen uns, mit unserer Expertise in Planung und Bau einen wichtigen Beitrag zur Realisierung dieser zukunftsweisenden Wasseraufbereitungsanlage in Dresden zu leisten.“ Der Kaufmännische Leiter der HOCHTIEF Infrastructure GmbH, Carsten Mingers ergänzt: „Mit diesem Projekt unterstützen wir die nachhaltige Versorgung der Halbleiterindustrie im ‚Silicon Saxony‘ und stärken zugleich die Infrastruktur für einen wesentlichen Zukunftssektor in Deutschland.“

Grafik LeitsystemIndustriewasser  © SachsenEnergieGrafik LeitsystemIndustriewasser © SachsenEnergie

Ein entscheidender Schritt ist damit auch für die künftigen Kunden, die im Dresdner Norden ansässige Halbleiterindustrie, getan. Der Geschäftsführer von Silicon Saxony, dem größten Hightechnetzwerk Sachsens und größtem Mikroelektronik-Cluster Europas, Frank Bösenberg verdeutlicht: „Eine der Grundvoraussetzungen für Halbleiterproduktion ist eine leistungsfähige und verlässliche Wasser- und Energieinfrastruktur. Silicon Saxony steht seit Jahrzehnten für kontinuierliches Wachstum, technologische Exzellenz und erfolgreiche Investitionen in seine Standortqualitäten. Infrastrukturprojekte wie dieses stärken Dresden als führendes Zentrum der europäischen Halbleiterindustrie und schaffen damit auch die Grundlage für weitere Industrieinvestitionen.“

Geschlossener Wasserkreislauf: Wasser fließt gereinigt zurück in die Elbe

Um die Wasserversorgung sowohl für Bevölkerung als auch für die Industrie zukunftssicher aufzustellen, trennt SachsenEnergie seit 2023 in mehreren Schritten die Trinkwasserversorgung von der Versorgung mit Industriewasser. Das Flusswasserwerk entsteht im Gewerbegebiet Übigau und beliefert ab Ende 2030 über zwei neue Leitungen die Chip-Hersteller im Dresdner Norden. In Spitzenzeiten kann die Anlage täglich bis zu 67.000 Kubikmeter Wasser bereitstellen und auch die Erweiterungsfähigkeit wurde vorausgedacht. Rund 80 Prozent des genutzten Wassers fließt gereinigt über die Stadtentwässerung zurück in die Elbe. Somit werden selbst bei Niedrigwasser der Elbe weniger als 0,23 Prozent des Wassers entnommen, das täglich pro Sekunde durch Dresden fließt. 

Das sind die nächsten baulichen Schritte

Die Baugrunduntersuchungen für das neue Flusswasserwerk sind größtenteils abgeschlossen. In einem nächsten Schritt wird die Landestalsperrenverwaltung den Hochwasserschutzdeich in Übigau ertüchtigen. Nach Vorliegen der nötigen Genehmigungen und Detailplanung erfolgt anschließend der Baustart. Die Arbeiten zum Bau der Transportleitungen, die das Wasser in den Norden leiten, laufen bereits seit 2024.

Klare Finanzierung: Keine Belastung für Haushaltskunden

Die Gesamtkosten für das System der Industriewasserversorgung, inklusive Transportleitungen, liegen nach derzeitigem Stand bei über 300 Millionen Euro und werden zu großen Teilen von SachsenEnergie übernommen. Die Landeshauptstadt Dresden und der Freistaat Sachsen beteiligen sich mit 150 Millionen Euro. Bis zur Inbetriebnahme des Flusswasserwerkes 2030 wird der steigende Wasserbedarf der Industrie durch eigenwirtschaftliche Investitionsmaßnahmen in die Trinkwasser-Infrastruktur seitens SachsenEnergie gedeckt. Haushaltskunden tragen keine Kosten, die der Produktion von Industriewasser zuzurechnen sind. SachsenEnergie legt die Ausgaben für die beiden getrennten Versorgungssysteme der Industrie- und Trinkwasserversorgung verursachergerecht um.

Projekt mit Signalwirkung über Dresden hinaus

Der Bau des Flusswasserwerkes stößt auch international auf Interesse. SachsenEnergie-Vorstand Dr. Frank Brinkmann betont die Nachhaltigkeit des Projekts: „Wir wollen nicht nur aktuelle Bedarfe decken, sondern die Grundlage für ein resilientes Industriecluster mit einer stabilen Versorgungsinfrastruktur schaffen, die weitere Ansiedlungen in der Zukunft ermöglicht. Unsere Erfahrungen werden bereits von anderen Regionen in Deutschland und Europa nachgefragt.“ Anfragen kommen unter anderem aus den Niederlanden und Frankreich. Das Projekt kann damit als Vorbild für andere Industriestandorte europaweit dienen.

Quelle: SachsenEnergie