Dresden/ Pirna. Sächsischer Heilbäderverband begrüßt erfolgreiche Rezertifizierung als Kneippkurort und Moorheilbad.

Seit über 300 Jahren können sich Kurgäste in Bad Gottleuba-Berggießhübel erholen. Nach einem aufwändigen Prüfverfahren hat die Stadt nun nach der 2011 erfolgten Prädikatisierung im Rahmen der Rezertifizierung die beiden Prädikate zum Kneippkurort und Moorheilbad verteidigt. Die Gemeinde ist damit nach wie vor der einzige Ort in Sachsen, der zwei unterschiedliche Kurortprädikate ausweist. Der Sächsische Heilbäderverband begrüßt die erneute und erfolgreiche Rezertifizierung.

Die beiden Ortsteile Bad Gottleuba und Berggießhübel, die erst seit 1999 in einer Gemeinde vereint sind, haben eine lange Geschichte als Kurorte: Bereits 1717 wurde in Berggießhübel heilkräftiges Wasser entdeckt. Mit dem Fund einer zweiten Quelle wurde der Badebetrieb durch den Bau eines Badehauses begründet. Weil Berggießhübel die Heilverfahren von Sebastian Kneipp anwendete, erhielt die Stadt im Jahr 1972 das Prädikat „Staatlich anerkannter Kneippkurort“. Bad Gottleuba erlangte bereits ein Jahr vorher, nämlich 1971 aufgrund von Heilquellen und eisenhaltiger Moorlager das begehrte Kurortprädikat.

Bad Gottleuba-Berggießhübel als Doppel-Kurort erfolgreich rezertifiziert ©Frank HöhlerBad Gottleuba-Berggießhübel als Doppel-Kurort erfolgreich rezertifiziert ©Frank Höhler

Nach der politischen Wende durften Kurorte ihren Titel nur für eine festgelegte Übergangszeit tragen. Dieser Bestandsschutz war für Bad Gottleuba-Berggießhübel im Mai 2010 abgelaufen. Um den Titel nach Ablauf dieser Zeit weiterführen zu dürfen, mussten sich die Orte neu prüfen lassen, denn die Maßstäbe in der Bundesrepublik sind in einigen Punkten anders als in der ehemaligen DDR. „Um das Prädikat zu bestätigen, musste die Gemeinde mehrere Analysen und Erhebungen zusammentragen, darunter ein Klima- und ein Lärmgutachten sowie ein Konzept zur Entwicklung des Ortes in den nächsten Jahren“, erinnert sich Prof. Dr. Karl-Ludwig Resch, Präsident des Sächsischen Heilbäderverbandes. Zur erfolgreichen Prädikatisierung hat seinerzeit die konsequente Weiterentwicklung der touristischen und kurörtlichen Infrastruktur beigetragen. So wurde in Bad Gottleuba der Markt komplett umgestaltet sowie der Ort verkehrsberuhigt. Berggießhübel eröffnete 2006 den Marie-Louise-Stollen, der als Besucherbergwerk die Bergbautradition des Ortes widerspiegelt und nach wie vor auch als „Ruhestollen“ für therapeutische Zwecke genutzt wird.

„Die erneute Zertifizierung von Bad Gottleuba-Berggießhübel als Kneippkurort und Moorheilbad ermöglicht uns die Fortführung einer fast 300-jährigen Kurorttradition und gibt zahlreichen Einwohnern eine wirtschaftliche Perspektive“, freut sich auch Thomas Peters, Bürgermeister des Doppelkurortes am Rande des Osterzgebirges. „Zudem“, so Bürgermeister Peters weiter, „hat die Gemeinde mit der erfolgreichen Verteidigung ihres Kurort-Moorheilbadprädikats eine sehr gute Grundlage gelegt, um trotz der coronabedingten Einschränkungen die nach wie vor eher zarte Entwicklung des Tourismussektors fortzusetzen. Hier gilt es, sich weiter zu engagieren und die Entwicklung der Stadt weiter erfolgreich auch in dieser Hinsicht weiter zu forcieren.“

Weitere Infos: www.kursachsen.de

Quelle. meeco Communication Services

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