Ab Montag, 22. Juni, bis September 2026 erfasst die Landeshauptstadt Dresden systematisch und digital den Zustand des Straßennetzes. Eingesetzt wird ein orangefarbenes Spezialfahrzeug mit hochpräziser Mess- und Abbildungstechnik. Es ist ausgestattet mit einem Laserscanner, Mess-Sensoren und hochauflösenden Kameras. Neben Straßenschäden wie Schlaglöchern, Spurrinnen oder Erhebungen können Rissbildungen ab einer Breite von 0,5 Millimeter erfasst und bewertet werden.
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Kombination mit Straßensensoren
Die mit den Messfahrzeugen gewonnenen Informationen werden mit Sensordaten von fünf Messstellen im Stadtgebiet ergänzt. Diese befinden sich auf der Tharandter Straße, Dohnaer Straße, Washingtonstraße, und ab Juli/August auch auf der Bergstraße und der Stauffenbergallee. Sie sind systematisch so im Stadtgebiet verteilt, dass der Verkehrszufluss in die Stadt gut abgebildet werden kann. So lassen sich auch für das restliche Stadtgebiet Ableitungen treffen.
Die Messstellen besitzen jeweils mehrere Sensoren. Gemessen wird das Gewicht der Fahrzeuge, welche über die Messstellen fahren, sowie die Temperaturen der Oberfläche und in der Tiefe der Straße. So lässt sich erkennen, wie sich Hitze, Kälte und das Fahrzeuggewicht im Jahresverlauf auf die Fahrbahn auswirken und wie stark die Fahrbahn beansprucht wird und altert.
Die Auswertung der Sensordaten und der Daten aus der Befahrung soll dem Straßen- und Tiefbauamt künftig eine softwaregestützte Prognose ermöglichen, welche Straßen in welcher Priorität ertüchtigt werden müssen, um diese langfristig zu erhalten. So sollen finanzielle Mittel für den Straßenbau mit dem größtmöglichen Nutzen eingesetzt werden. Wichtig für eine realistische Prognose ist eine kontinuierliche Erhebung der Daten über mehrere Jahre.
Der Gesamtumfang des Projektes „Strategisches Erhaltungsmanagement“ beträgt rund 1,3 Millionen Euro und wird mit Fördermitteln der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des Smart City Förderprogramms des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) zu 65 Prozent gefördert. Der verbleibende Eigenanteil wird von der Landeshauptstadt Dresden getragen. Mit der Förderung wird neben dem Einbau der Straßensensoren auch die systematische Erfassung des Straßennetzzustandes mittels Befahrung mit Messfahrzeug sowie die Auswertung der erfassten Daten finanziert.
Die Messbefahrung umfasst ca. 1.830 Kilometer im Dresdner Straßennetz und kostet gemeinsam mit der Auswertung rund 380.000 Euro. Die Messung wird durch LEHMANN + PARTNER GmbH durchgeführt. Alle erfassten Daten dienen ausschließlich der Ermittlung des Straßenzustandes und stehen lediglich den autorisierten Nutzern zur Verfügung. Personenbezogene Daten werden anonymisiert. Die Auswertung der Daten übernehmen mehrere Firmen, die in Kürze feststehen.
Bereits 2015 und 2021 fanden Befahrungen im Rahmen des Modellprojekts Smart City statt - als Teilprojekt „Strategisches Erhaltungsmanagement für Straßenverkehrsanlagen mit dynamischer Systemkalibrierung“.
Quelle: Landeshauptstadt Dresden