Dresden. Mit knapp 19 Grad Celsius Durchschnittstemperatur konnte der Sommer 2021 keinen Hitzerekord erzielen. Allerdings liegt er immer noch im oberen Drittel.

Mit knapp 19 Grad Celsius Durchschnittstemperatur konnte der Sommer 2021 keinen Hitzerekord erzielen. Allerdings liegt er immer noch im oberen Drittel der warmen Sommer. Zum Vergleich: das Temperaturmittel der Sommer in den Jahren 1991 bis 2020 beträgt 18,6 Grad Celsius. Insgesamt konnten 37 Sommertage gezählt werden, so dass der Mittelwert der Jahre 1991 bis 2020 von 36 Sommertage geringfügig übertroffen wurde. Die gemessene Niederschlagsmenge bestätigt den Eindruck eines verregneten Sommers. Mit einer Gesamtniederschlagssumme von 360 Millimetern war er der zweit regenreichste Sommer seit 1961. Nur 1987 fiel mit 373 Millimetern noch mehr Regen.

 Witterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer  Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerWitterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer Foto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Warmer Juni mit viel Regen
Hoch WALTRAUD ließ zum Sommerbeginn die Temperaturen steigen. Ab dem 3. Juni konnten die ersten Sommertage (Tage mit einer Höchsttemperatur von oder über 25 Grad Celsius) gezählt werden. Auch die folgenden Tage blieb es durchgängig warm bis sehr warm. Mit 17 Sommertagen wurde sogar die zweithöchste Anzahl an Sommertagen seit 1961 für einen Juni erzielt. Im Zuge des Hochs YONA über Mitteleuropa stellte sich die wärmste Periode zwischen dem 17. und 21. Juni ein. An diesen vier Tagen wurde jeweils die 30-Grad-Marke überschritten. Dies sollten allerdings die einzigen vier heißen Tage (Tage an denen die Temperatur auf oder über 30 Grad klettert) für den Sommer 2021 bleiben. Insgesamt war der Juni mit einer Durchschnittstemperatur von 20,2 Grad Celsius der zweitwärmste seit 1961. Damit lag das Monatsmittel drei Grad über dem Klimamittel 1991 bis 2020. Nur 2019 war es mit durchschnittlich 22,1 Grad Celsius noch wärmer.

Witterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer  Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerWitterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer Foto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Insgesamt war der Juni sehr nass. Mit 128 Millimetern regnete es doppelt so viel wie in den letzten 30 Jahren. Es war damit der vierte regenreichste Juni seit 1961. Ein heftiges Starkregenereignis, dass sich in der Nacht vom 29. zum 30. Juni ereignete, trug entscheidend zu den hohen Regenmengen bei. In dieser Nacht gab es in Dresden auch Schäden, vor allem verursacht durch Rückstau. In Cossebaude gingen in kürzester Zeit 68 Millimeter auf die Erde nieder. An der Station Dresden-Klotzsche wurden 56 Millimeter gemessen.

Ein sehr durchwachsener Juli
Auch im Juli regnete es überdurchschnittlich viel. Mit einer Monatssumme von 129 Millimetern landet der Monat auf dem achten Platz der nassesten Julimonate. Dies sind 52 Prozent mehr Regen im Vergleich zum Klimamittel 1991 bis 2020. Gegenüber der Klimareferenzperiode 1961 bis 1990 wäre es sogar dreimal so viel (+87 Prozent) Regen gewesen. Verursacht wurden die immer wiederkehrenden und teils heftigen Niederschläge durch eine anhaltende Trogwetterlage über Mitteleuropa. Besonders prägte sich diese Situation um den 13. bis 17. Juli aus. Das sich nur langsam verlagernde Tiefdruckgebiet BERND sorgte dafür, dass genau über Deutschland die aus Norden heranströmende Kaltluft auf sehr feuchte, warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum traf. An dieser Luftmassengrenze bildeten sich immer wieder starke und vor allem anhaltende Niederschläge. Anfangs gingen die Regenmengen vor allem im Westen Deutschlands nieder. Mit Verlagerung des Tiefs nach Osten dann aber auch über Ostsachsen. Dresden blieb zum Glück verschont, im Gegensatz zum Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge.

Witterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer  Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerWitterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer Foto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Mit einem Monatsmittel von 19,7 Grad Celsius entsprachen die Temperaturen nahezu dem Vergleichswert 1991 bis 2020 (19,4 Grad Celsius). Auch die Anzahl der Sommertage übertraf mit 15 Sommertagen nur leicht den Mittelwert 1991 bis 2020 von 14 Sommertagen. Allerdings wurde kein einziger heißer Tag an der Station Dresden Klotzsche verzeichnet. Im Durchschnitt sind es vier heiße Tage.

Von wegen Hochsommer – der August blieb kühl
Der August enttäuschte die Sonnen- und Sommerliebhaber. Eine sich kaum ändernde Wetterlage mit einströmender polarer Kaltluft nach Mitteleuropa sorgte für sehr unbeständiges, kühles und vor allem in der zweiten Monatshälfte regnerisches Wetter. So war der August 2021 mit 17 Grad Celsius Durchschnittstemperatur 2,1 Grad kälter im Vergleich zum Mittel 1991 bis 2020. Es war zwar bei Weitem nicht der kälteste August – den gab es im Jahr 1987 mit einer Durchschnittstemperatur von 16 Grad Celsius – allerdings wurde die zweitgeringste Anzahl an Sommertagen registriert (nur fünf statt durchschnittlich 13 Sommertagen). Nicht ein einziges Mal stieg das Thermometer über 30 Grad Celsius. Kein Wunder, denn die Sonne schien ein Viertel weniger gegenüber der sonst üblichen Zeit - nur 165 Sonnenstunden wurden gemessen, statt 223 Sonnenstunden. Mit einer Monatssumme von 104 Millimetern regnete es 30 Prozent mehr im Vergleich zu 1991 bis 2020.

Witterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer  Foto: © MeiDresden.de/Mike SchillerWitterungsbericht des Umweltamtes 2021 - Von wegen Hochsommer Foto: © MeiDresden.de/Mike Schiller

Ein eher feuchter Sommer ohne lange Hitzeperioden hat auch sein Gutes: Insgesamt hat sich die Gewässersituation im Dresdner Stadtgebiet in Folge der feuchten Sommerwitterung entspannt. Die Grundwasserstände sind im Vergleich zu den Vorjahren etwas angestiegen und schwanken zwischen 0,7 Meter über und 0,7 Meter unter den mittleren Verhältnissen je nach Lage im Stadtgebiet. Doch auch wenn es an den kleinen Oberflächengewässern schon viel besser aussieht, sind die Auswirkungen der Trockenheit der vergangenen drei Jahre noch nicht überwunden. Nach wie vor gibt es in Dresden Bäche und Teiche, die kein Wasser führen und die tieferen Bodenschichten sind nach wie vor zu trocken.

Quelle: Landeshaupstadt Dresden