Mit dem ersten Spatenstich an der Kreuzung Nossener Brücke / Budapester Straße wurde das Großprojekt Campuslinie gestartet. Im Zuge der Bauarbeiten wird die Nossener Brücke komplett neu errichtet, in der Mitte um eine Straßenbahnbrücke ergänzt und die Straßenbahn auf der Nürnberger Straße weiter bis zum Nürnberger Platz geführt. Die Fertigstellung ist für Mitte 2031 vorgesehen.
Haltestelle Nossener Brücke Visualisierung © Landeshauptstadt Dresden
Andreas Hemmersbach, DVB-Vorstand Mobilität, erläutert: „Dank der gemeinsamen Finanzierung durch den Bund, den Freistaat Sachsen, die Landeshauptstadt Dresden und der DVB können wir nicht nur eine neue Nossener Brücke, sondern auch den nächsten Teilabschnitt der Campuslinie bauen. So binden wir mit der Stadtbahnlinie 7 den Dresdner Westen umsteigefrei an den Campus der TU Dresden an und stellen gleichzeitig für alle Anwohner entlang der Nürnberger Straße eine leistungsfähige Direktverbindung zum Hauptbahnhof und in die Innenstadt her – Tag und Nacht. Dadurch werden künftig mit den Linien 7 und 61 rund 18.700 Fahrgäste und damit dreimal so viele Menschen die neue Anbindung nutzen wie heute. Unseren Fahrgästen garantieren wir, dass während der gesamten Bauzeit der Busverkehr uneingeschränkt verkehren wird.“
Neuer Mobi Punkt Nürnberger Straße © LocLab Consulting
Neue Direktverbindungen in Dresden
Mit dem Bau der insgesamt rund 1,7 Kilometer langen neuen Straßenbahntrasse – der Campuslinie – wird die stark nachgefragte Buslinie 61 entlastet und der öffentliche Nahverkehr leistungsfähiger. Neue Direktverbindungen – unter anderem zwischen Gorbitz und der TU Dresden – verkürzen Wege und verbessern die Erreichbarkeit wichtiger Ziele. Eine neue Straßenbahnhaltestelle auf der Nossener Brücke ermöglicht künftig den direkten Umstieg zu dem geplanten S-Bahn-Haltepunkt unterhalb der Brücke.
Umfassende Modernisierung der technischen Infrastruktur
Im Zuge der Bauarbeiten werden sämtliche Versorgungsleitungen für Strom, Fernwärme, Telekommunikation, Trinkwasser und Erdgas erneuert. Zusätzlich entsteht eine spezielle Datenleitungstrasse für die TU Dresden.
Bereits in den vergangenen Jahren wurden umfangreiche Vorarbeiten durchgeführt. Dazu gehörten die Sanierung von Umleitungsstrecken sowie die Verlegung von Fernwärme-, Strom- und Telekommunikationsleitungen in einen Tunnel („Mediendüker“) unter den Gleisen der Deutschen Bahn.
Gemeinschaftsprojekt mit breiter Finanzierung
Die Kosten des Projekts von rund 324 Millionen Euro werden anteilig von der Landeshauptstadt Dresden, den Dresdner Verkehrsbetrieben, der Stadtentwässerung Dresden, SachsenEnergie und der Deutschen Bahn getragen. In der Gesamtsumme enthalten sind auch Investitionen in die Telekommunikationsinfrastruktur des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement für die TU Dresden sowie von der Deutschen Telekom und Vodafone. Erhebliche Fördermittel von Bund und Freistaat Sachsen – allein rund 77,7 Millionen Euro aus Mitteln des Sachsenfonds speziell für kommunalen Straßenbau und Ingenieurbauwerke – tragen dazu bei, dass der Eigenanteil von Stadt und DVB auf rund 75 Millionen Euro begrenzt bleibt.
Neue barrierefreie Straßenbahnhaltestelle Bernhardstraße © LocLab Consulting
Die Bauarbeiten werden gemeinsam von der Landeshauptstadt Dresden, den Dresdner Verkehrsbetrieben, SachsenEnergie, der Stadtentwässerung Dresden und dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement beauftragt. Ausgeführt werden die Arbeiten von einer Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus: EUROVIA (VINCI Construction GmbH), Hentschke Bau GmbH, STRABAG AG, WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG sowie der Züblin Stahlbau GmbH.
Das wird im Detail gebaut
Die neue Campuslinie erhält einen eigenen Gleiskörper und kann damit unabhängig vom übrigen Verkehr fahren. Für den Kfz-Verkehr bleiben weiterhin vier Fahrspuren erhalten. An den Kreuzungen kommen zum Teil noch Abbiegespuren hinzu. Radfahrer fahren auf abgesetzten und erhöhten Radwegen über die Nossener Brücke. Entlang der Nürnberger Straße werden Radfahrstreifen auf Fahrbahnniveau markiert. Für Fußgänger entstehen breite Fußwege. Drei Haltestellen werden modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Mobilitätseingeschränkte Personen oder Eltern mit Kinderwagen können dann ohne Probleme ein- und aussteigen.
Auf der Nürnberger Straße kommt Rasengleis zum Einsatz, das Lärm reduziert, die Feinstaubbelastung senkt und das Stadtklima verbessert. Vier neue Baumreihen verleihen der Nürnberger Straße künftig Alleecharakter. Schienen und Autofahrbahnen trennt ein breiter Grünstreifen.
Um den Fußgängern das Überqueren der stark befahrenen Nürnberger Straße zu erleichtern, werden eine Ampelanlage an der Kreuzung zur Hohen Straße und neue Querungsstellen auf Höhe der Kaitzer Straße gebaut.
Vor der Ruine der Zionskirche entsteht ein neuer Aufenthaltsbereich mit Grünflächen, Sitzgelegenheiten und Fahrradabstellanlagen. Ein neuer MOBIpunkt ergänzt das Angebot um Sharing- und Ladeinfrastruktur.
Die Grünanlage Nürnberger Ei ist denkmalgeschützt und bleibt unverändert erhalten. Nur die Wendefahrbahn wird zurückgebaut. Kurz vor dem Nürnberger Platz endet die Neubaustrecke vorerst. Hier wird sich später eine weitere neue Straßenbahnstrecke über den Zelleschen Weg bis zum Wasaplatz anschließen.
Neue Nossener Brücke © LocLab Consulting
Bauablauf bis 2031
Von Juni 2026 bis Mai 2028 werden die nördliche Straßenseite der Nürnberger Straße sowie der nördliche Brückenzug der Nossener Brücke neu gebaut. Der Verkehr fließt dann über den südlichen Brückenzug, sodass für jede Fahrtrichtung noch eine Fahrspur zur Verfügung steht. In den kommenden Monaten wird zudem die SachsenEnergie die neuen Versorgungsleitungen in die jeweiligen Netze einbinden und in Betrieb nehmen. Anschließend baut der Versorger das Fernwärmeprovisorium und die zugehörige Rohrbrücke parallel zur Nossener Brücke zurück.
Von Mai 2028 bis Frühjahr 2030 schließt sich der Neu- und Umbau der südlichen Straßenhälfte der Nürnberger Straße sowie der Bau der neuen Straßenbahntrasse an. Der Verkehr wird dann über die neue nördliche Nossener Brücke und die fertige nördliche Nürnberger Straße geleitet. Bis Mitte 2031 wird der südliche Brückenzug fertiggestellt.
Während der gesamten Bauzeit bleiben Nossener Brücke und Nürnberger Straße grundsätzlich in beiden Fahrtrichtungen befahrbar. Notwendige Vollsperrungen für den Rückbau der Bestandsbrücke werden auf einzelne Nächte und ausgewählte Wochenenden beschränkt.
Erste Verkehrseinschränkungen ab 12. Juni
Bereits am zweiten Juniwochenende kommt es auf der Nossener Brücke zu ersten nächtlichen Sperrungen in Fahrtrichtung Plauen. Im weiteren Bauverlauf wird der Verkehr über den südlichen Brückenzug geführt – das gilt auch für Fußgänger und Radfahrer. Die Chemnitzer Straße ist dann Einbahnstraße in Fahrtrichtung Zentrum. In Fahrtrichtung Plauen wird eine Umleitung über die Zwickauer Straße ausgeschildert. Für Radfahrer gibt es eine zusätzliche Umleitung über die Hohe Straße.
Neue Verkehrraumaufteilung auf der Nossener Brücke © LocLab Consulting
Änderungen im öffentlichen Nahverkehr
Der Busverkehr der Linie 61 verbleibt auf der Stammstrecke. Ersatzhaltestellen werden im direkten Umfeld der Haltestellen eingerichtet. Bis zum 14. Juni kann die Haltestelle Zwickauer Straße (Fahrtrichtung Weißig/Fernsehturm) nicht bedient werden. Vom 14. bis 30. Juni kann die Haltestelle Zwickauer Straße in beiden Fahrtrichtungen nicht bedient werden. Zudem muss in diesem Zeitraum die Haltestelle Fabrikstraße (Fahrtrichtung Löbtau) in Richtung Einmündung Oederaner Straße verlegt werden.
Ab dem 15. Juni 2026 wird die Linie 62 in beiden Fahrtrichtungen über die Hahnebergstraße, Zwickauer Straße, Würzburger Straße umgeleitet. Das bedeutet, dass die Haltestellen „Chemnitzer Straße“, „Bamberger Straße“ und „Agentur für Arbeit“ in beiden Fahrtrichtungen nicht bedient werden können. Dafür gibt es Ersatzhaltestellen auf der Umleitungsstrecke. Die Linie 8 wird ab Oktober 2026 zum Endpunkt Plauen, Nöthnitzer Straße umgeleitet. Zum Erreichen der Haltestelle Südvorstadt muss ab der Haltestelle „Nürnberger Platz“ die querende Buslinie 61 genutzt werden. Über aktuelle Verkehrsführungen und Fahrplanänderungen informieren die Dresdner Verkehrsbetriebe fortlaufend.
Quelle: Landeshauptstadt Dresden