Düsseldorf. Die Deutsche Bahn AG hat die erste Probebohrungen für den Tunnel ausgewertet. Auch sollen die Ausbaupläne in Heidenau und Dresden bereits stehen.

Düsseldorf. Die Deutsche Bahn (DB) treibt derzeit zwischen Deutschland und Tschechien ein echtes Mammutprojekt voran: Quer durch das Erzgebirge soll zukünftig Deutschlands längster Eisenbahntunnel entstehen, um die Metropolen Dresden und Prag noch besser miteinander zu verbinden. Die Planungen hierfür laufen auf Hochtouren. Expert:innen haben aus Erdbohrungen im Erzgebirge nun erste Ergebnisse für mögliche Tunnelverläufe abgeleitet. Im Bereich Heidenau ist die DB bereits noch weiter mit den Planungen für den Ausbau: Hier hat sie mehrere Varianten für den Verlauf der zusätzlichen Gleise untersucht. Und noch eine Entwicklung hat die DB vorangetrieben: Der Ausbau der Strecke erstreckt sich künftig bis in den Bereich des Dresdener Hauptbahnhofs. Ziel der Neu- und Ausbaustrecke ist, die Schiene auch in diesem Bereich für die zusätzliche Kapazität fit machen.

Neubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen  Foto: © MeiDresden.deNeubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen Foto: © MeiDresden.de


“In diesem Jahr konnten wir die Planung rund um die Neubaustrecke sehr gut weiterentwickeln”, resümiert Projektleiter Kay Müller. “Der Projektfortschritt ist sehr wichtig für die ökologische Verkehrswende. Personen- und Güterzüge können zukünftig deutlich schneller und häufiger zwischen Dresden und Prag verkehren. In nur einer Stunde sind sie dann zwischen den Metropolen unterwegs. Zeitgleich können wir das vielbefahrene Elbtal entlasten”, so Müller.

Erste Probebohrungen aus dem Erzgebirge ausgewertet

Um den Tunnel planen zu können, muss die DB zunächst den Boden im Erzgebirge untersuchen: Hierzu bohrt sie bis zu 500 Meter tief in das Erdreich, entnimmt Proben und untersucht die Erdschichten. Neun ausgewählte Punkte hat die DB mit insgesamt rund 130 Bohrungen untersucht und die ersten Bohrungen nun abgeschlossen. Im Mittelsächsischen Gebirge haben die entnommenen Boden- und Felsproben eine gute Gebirgsqualität. Es wurden nur sehr wenige Störfaktoren gefunden, der Tunnel könnte auf Basis dieser Erkenntnisse ohne größere Schwierigkeiten errichtet werden. Im Gottleubatal hingegen ist die DB auf mehrere Bruchstellen und Unebenheiten in der Gebirgsstruktur gestoßen, die sie bei der Planung des Trassenverlaufs berücksichtigen muss. Auch die Struktur im Bereich Börnersdorf haben die Expert:innen in ihrer Tiefe und Lage exakt erkundet. Ein Trassenverlauf lässt sich aus den derzeitigen Erkenntnissen noch nicht ableiten. Die DB unternimmt daher aktuell bereits weitere Erkundungsbohrungen.

Neubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen  Foto: © MeiDresden.deNeubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen Foto: © MeiDresden.de
Neue Entwicklungen für die Ausbaupläne in Heidenau

Das Ausbauprojekt Dresden – Prag befindet sich aktuell in der frühen Planungsphase. Für den künftigen Verlauf der zusätzlichen sowie angepassten Gleise in Heidenau hat die DB mehrere mögliche Varianten ausgearbeitet. Die DB untersucht dabei aktuell die Möglichkeiten eines Teil- sowie Volltunnels. Bei dem Bau eines Teiltunnels wäre ein Überholbahnhof im Ortsteil Goes der Gemeinde Dohma nötig. Die DB untersucht die Möglichkeiten für den Ausbau, leitet Varianten ab und ermittelt das Szenario, bei dem der Ausbau den meisten Mehrwert für Mensch und Umwelt bringt. Ein Umweltplaner prüft außerdem die Umweltverträglichkeit der einzelnen Varianten prüft. Diese Bewertung ist maßgeblich für die Planung des Tunnels. Die Entscheidung für eine bevorzugte Variante kann die DB dann voraussichtlich 2024 treffen.

Neubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen  Foto: © MeiDresden.deNeubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen Foto: © MeiDresden.de

Planungsraum für die Ausbaustrecke bis zum Dresdener Hauptbahnhof


Die Deutsche Bahn baut nicht nur die Strecke zwischen Dresden und Prag völlig neu, sondern macht auch die bereits bestehenden Gleise fit. So haben die Expert:innen das Projektgebiet nach Westen erweitert, um auch die Bestandstrecke bis zum Gleisvorfeld des Dresdner Hauptbahnhofs mitausbauen zu können. Diese Entscheidung hat auch Vorteile für die Anwohner:innen: Sie profitieren künftig von umfassendem Schallschutz. Die DB plant in diesem Bereich den Schallschutz unter Betracht der Ausbaupläne völlig neu . Das Eisenbahn-Bundesamt setzt deshalb die aktuellen Planungen für die Lärmminderungsmaßnahmen zwischen dem Dresdner Hauptbahnhof und Heidenau-Großsedlitz aus. Leiser wird es aber schon vor dem Ausbau: In Heidenau hat die DB im Oktober Schienenstegdämpfer eingebaut, im April 2022 gibt es die Dämpfer für Bereiche in Dresden.

Neubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen  Foto: © MeiDresden.deNeubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen Foto: © MeiDresden.de

Neubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen  Foto: © MeiDresden.deNeubaustrecke Dresden – Prag: Erste Untersuchungen für Deutschlands längsten Eisenbahntunnel abgeschlossen Foto: © MeiDresden.de

Neubaustrecke Dresden – Prag

Die Eisenbahnverbindung zwischen Dresden und Prag liegt auf dem europäischen TEN-V-Korridor (transeuropäische Verkehrsnetze) Orient/Östliches Mittelmeer. Er verbindet die deutschen Nord- und Ostseehäfen mit den wirtschaftlichen Zentren in Südosteuropa, durchquert dabei neun Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Strecke ist zudem ein wesentlicher Abschnitt der Transeuropäischen Netze (TEN) und damit für den Güterverkehr von strategischer Bedeutung.
Weitere Informationen hier: https://neubaustrecke-dresden-prag.de/

Quelle: Deutsche Bahn AG

 

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