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Zum Finale der diesjährigen „Woche der Wiederbelebung“ sorgt am 23. September ein Flashmob für Aufmerksamkeit.

Wenn es um den Wissenstand zur Reanimation bei Herzstillstand geht, bekommt Deutschland schlechte Noten. Das Wissen um die Durchführung einer Herzdruckmassage ist kaum in einem anderen europäischen Land so gering wie in Deutschland. Deshalb engagiert sich das Team der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden seit Jahren gemeinsam mit den Rettungsdiensten der Stadt darum, die Bevölkerung aufzuklären und zum grundlegenden Vorgehen bei Herzstillstand zu schulen. Nach zwei Jahren coronabedingter Pause gehen die in der Initiative „Dresden rettet Leben“ (IDRL) vereinten Fachkräfte wieder in die Offensive. Um zu zeigen, wie wichtig das Anliegen ist und welche ganz unterschiedlichen Institutionen sich für die Vermittlung des Wissens zur Laienreanimation einsetzen, ruft die Klinik für Anästhesiologie für diesen Freitag (23. September) ab 17 Uhr zu einem Flashmob am Dr.Külz-Ring auf.

Rettungskräfte werben für Laienreanimation ©Uniklinikum DresdenRettungskräfte werben für Laienreanimation ©Uniklinikum Dresden

„Mit einer einfachen Herzdruckmassage kann der Restsauerstoff aus der Lunge im Blut zirkulieren und so bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Überlebenswahrscheinlichkeit ohne schwerwiegende Folgeschäden entscheidend erhöhen“, erklärt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Dresdner Uniklinikums. Dazu müssen lediglich drei simple Regeln beherzigt werden: „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die bewusstlose Person noch atmet. Dann unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Und schließlich fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich rund 10.000 Menschenleben zusätzlich gerettet werden“, berichtet Prof. Koch.

Dass hier mehr Menschen als nötig nach einem Herzstillstand sterben, liegt an einer eklatanten Wissenslücke vieler Deutscher: Während in nordeuropäischen Ländern etwa 70 Prozent aller Erwachsenen bei Herzstillstand zu Lebensrettern werden, sind es hierzulande nur gut 40 Prozent. Damit liegt die Bundesrepublik im europäischen Vergleich nach wie vor im unteren Drittel. – Der Handlungsbedarf ist groß, denn es kann jeden treffen – als Helfer oder Betroffenen. Wie es geht, zeigen die Aktivisten am Freitagnachmittag. Dazu bringen sie rund 50 Reanimationspuppen mit. Das sind lebensgroße Modelle von Kopf und Brustkorb, anhand derer Passanten lernen können, wo sich die entscheidenden Punkte für die Herzdruckmassage befinden und wie oft sowie wie kräftig gedrückt werden muss, um ein überlebenswichtiges Minimum an Blutzirkulation sicherzustellen.

Rettungsprofis werben für Laienreanimation ©Symbolfoto(Pixabay)Rettungsprofis werben für Laienreanimation ©Symbolfoto(Pixabay)

„Für unsere Mitarbeitenden in der Notaufnahme ist es besonders wichtig, dass verunfallte Personen schon bevor sie bei uns ankommen richtig versorgt werden. Dieser Punkt betrifft auch die Ersthelferinnen und -helfer, die eine Herzdruckmassage oder Maßnahmen zur Wiederbelebung durchführen“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum Dresden. „Ich freue mich deshalb besonders über das Engagement unserer Mitarbeitenden im Rahmen der Woche der Wiederbelebung, die auf dieses wichtige Thema aufmerksam machen und mit der öffentlichen Aktion dafür sensibilisieren.“

Quelle: Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden