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 Die Landeshauptstadt Dresden veröffentlichte nun neue Neue Online-Gefahrenkarten -  Starkregen veröffentlicht.

Was kann passieren, wenn es in Dresden so extrem regnen würde wie vor einem Jahr im Ahrtal? Wäre dann mein Haus oder meine Wohnung gefährdet? Welche Straßen können überflutet sein? Zu diesen Fragen geben nun zwei neue Karten des Umweltamtes Orientierung. Sie informieren zu Fließgeschwindigkeiten und Wassertiefen bei extremem Starkregen und sind ab sofort online im Themenstadtplan https://stadtplan.dresden.de/ abrufbar im Themenfeld Umwelt, Rubrik „Hochwasser & Starkregen“.

Screenshot © Landeshauptstadt DresdenScreenshot © Landeshauptstadt Dresden

„Wir wollen mit diesen Karten den Dresdnerinnen und Dresdnern, den privaten und öffentlichen Unternehmen, wichtigen Einrichtungen wie Krankenhäusern und Schulen sowie natürlich auch dem Katastrophenschutz und den Behörden die Informationen an die Hand geben, die sie zur Vorbereitung auf solche Extremereignisse benötigen. Die Karte zeigt, in welchen Bereichen vorsorgend eine Auseinandersetzung mit Starkregengefahren notwendig ist“, sagt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen.

Umweltamtsleiter Socher ergänzt: „Die Gefahrenkarten Starkregen sind auch in der Verwaltung wegweisend. Auf ihrer Grundlage werden wir für städtische Einrichtungen Handlungskonzepte erarbeiten und – wenn nötig – Präventionsmaßnahmen vorschlagen. Darüber hinaus möchte ich an jeden potenziell Betroffenen appellieren, sich zu einem angemessenen Verhalten bei Starkregen zu informieren und gegebenenfalls auch bauliche Eigenvorsorge zu treffen. Unser gemeinsames Ziel ist es, bei solchen Extremereignissen den Verlust von Menschenleben zu verhindern und Sachschäden zu minimieren. Denn nach Experteneinschätzung müssen wir auch in Dresden mit einer Zunahme der Starkregenintensität und -häufigkeit rechnen.“

Im vergangenen Jahr verloren im Ahrtal nach Starkregenereignissen mehr als 130 Menschen ihr Leben; Schäden in Milliardenhöhe entstanden. Nur drei Tage später, am 17. Juli 2021, regnete es ähnlich intensiv in der Sächsischen Schweiz. Durch die frühzeitige Warnung und gute Vorbereitung starben zum Glück keine Menschen. Aber an Gebäuden, Straßen und Abwasserkanälen entstanden durch dieses eine Ereignis weit über 100 Millionen Euro Schaden. Um solche Situationen besser vorzubereiten und prüfen zu können, wo Schäden durch Starkregen zu erwarten sind, und den Dresdenerinnen und Dresdnern Informationsquellen zu bieten, die sie ortsgenau nach ihren Bedürfnissen verwenden können, wurden diese neuen Karten entwickelt.

Wie wurden die Karten entwickelt?
Für die Dresdner Karten wurde ein Regen mit konstanter Intensität von insgesamt 180 Millimeter in sechs Stunden angenommen. Das entspricht der Niederschlagsmenge in der intensivsten Phase des extremen Unwetters im Ahrtal von Juli 2021. Mit dieser Menge wurde in einem hydrodynamischen Rechenmodell das gesamte Stadtgebiet überregnet. In das Modell wurden die Ausformungen des Geländes mit Höhen und Tiefen ebenso aufgenommen wie die Beschaffenheit des Bodens, Bebauung oder längere Strecken, auf denen Fließgewässer unter der Erde geführt werden (Verrohrungen). Die Karte visualisiert nun die berechneten Daten zu Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten.

Warum sind Starkregenereignisse eigentlich so gefährlich?
Bei extremen Niederschlägen, wo große Wassermengen in sehr kurzer Zeit aufkommen, kann das Wasser nicht mehr schnell genug versickern oder über das Kanalnetz bzw. die Gewässer abgeführt werden. An den Gewässern kommt es zu Hochwasser und Überflutungen, besonders an den kleinen Bächen und Rinnsalen, die bei normaler Witterung kaum auffallen. Zudem werden Kanäle überstaut und das Wasser fließt weit jenseits von Bachläufen quer durch die Stadt und überflutet wild und nicht mehr steuerbar große Gebiete.

Wo kann ich mich zusätzlich informieren?
Am Anfang des Jahres ist das vom Freistaat Sachsen geförderte Projekt „Integrative Bürgerberatung zum klimaangepassten Bauen – InkliBau“ gestartet. Die Landeshauptstadt Dresden bietet noch bis Ende Oktober 2022 kostenfreie gebäudekonkrete Beratungen zum Thema Schadensprävention an. Schwerpunkt des Projekts ist die Bauvorsorge zu klimawandelbedingten Auswirkungen. Das reicht vom sommerlichen Wärmeschutz über die Starkregen-, Hochwasser- und Hagelvorsorge bis zur Stärkung des lokalen Wasserrückhaltes. Die Teilnahme am Projekt ist noch möglich (www.dresden.de/inklibau). Auch das Portal des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Tipps für Versorge und Verhalten bei Starkregen:
www.bbk.bund.de > Themen > Risikomanagement > Baulicher-Bevoelkerungsschutz

Quelle: Landeshauptstadt Dresden