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Etwa 5000 Ameisenlöwen wurden auf einer Freifläche in der Dresdner Heide gezählt – von Studierenden der TU Dresden.

Etwa 5000 Ameisenlöwen wurden auf einer Freifläche in der Dresdner Heide gezählt – von Studierenden der TU Dresden. Im Rahmen eines Seminars ihres Biologiestudiums haben sie damit die größte bekannte Population der seltenen Insektenlarve entdeckt, die für ihre außergewöhnliche Jagdmethoden bekannt ist. Der Ameisenlöwe ist die Larve der Ameisenjungfer, ein Netzflügler, der an Libellen erinnert und vielerorts vom Aussterben bedroht ist. „Das besondere an diesen Tieren ist die Art, wie sie ihre Beute fangen“, weiß Aaron Anselmi, der an der TU Dresden Molekulare Biologie und Biotechnologie studiert. Die Ameisenlöwen graben dafür Trichter in sandigem Boden. Gerät dort eine Ameise oder ein anderes Beutetier hinein, rutscht es ab. Am Grund des Trichters lauert der Ameisenlöwe und lähmt die Beute mit Gift.

© Philipp Schulze / TU Dresden© Philipp Schulze / TU Dresden

Während des Insektenmoduls im vierten Semester ihres Studiums wurden die Studierenden an die Ameisenjungfer – genauer die Dünen-Ameisenjungfer – herangeführt. Erst kurz zuvor war entdeckt worden, dass sich das seltene Insekt in der Dresdner Heide angesiedelt hat. „Deshalb haben wir die Aufgabe bekommen, das Vorkommen der Tiere zu untersuchen“, erinnert sich Studentin Paula Müller, „und dabei haben wir zufällig die größte bekannte Population von Dünen-Ameisenjungfern gefunden.“ Mithilfe von Satellitenaufnahmen wurde die Größe des Geländes ermittelt, anschließend stichprobenartig in 2-mal-2-Meter-Quadraten die Anzahl der Trichter gemessen und die Zahl auf die Gesamtfläche hochgerechnet.

Neben der Dünen-Ameisenjungfer leben noch zwei weitere Arten des Insekts in der Dresdner Heide. Anders als die Geflecktflüglige und die Gemeine Ameisenjungfer, die sich eher unter Bäumen ansiedeln, lebt die Larve der Dünen-Ameisenjungfer nur auf Freiflächen. Da das Gebiet in der Dresdner Heide aber langsam zuwächst, schwindet dort der Lebensraum für diese Art. Fußgängerinnen und Radfahrer erschweren es den Ameisenlöwen zudem, ihre Beutetrichter zu errichten. In abgelegeneren Ecken der Freifläche sei die Populationsdichte darum noch deutlich höher, so Aaron Anselmi.

Mehr über die Ameisenlöwen und die Messungen in der Dresdner Heide erzählen die Studierenden im Video »Kurze Frage« auf dem YouTube-Kanal »TU Dresden entdecken«: https://youtu.be/Nz06R5iKxWk. Auf Anfrage kann Bild- und Videomaterial zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: TU Dresden