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Angesichts überfüllter Tierheime und steigender Kosten schlägt der Deutsche Tierschutzbund Alarm. In Dresden sind auffällig viele junge Hunde abgegeben worden.

Angesichts überfüllter Tierheime und steigender Kosten schlägt der Deutsche Tierschutzbund Alarm. Viele Tierheime sind bereits jetzt komplett überfüllt oder mussten Aufnahmestopps verhängen. Ein Grund dafür ist die Abgabe der unüberlegt in der Coronazeit angeschafften Tiere. Steigende Energiepreise, höhere Kosten für Tierfutter und für Tierärzte durch die geplante Anpassung der Gebührenordnung sowie die Anhebung des Mindestlohns werden die Situation in Richtung Herbst noch verschärfen. Wenn aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland infolge des Krieges in der Ukraine auch die Einnahmen durch Spenden zurückgehen steht der karitative Tierschutz in Deutschland vor dem Kollaps.

Foto: Landeshauptstadt DresdenFoto: Landeshauptstadt Dresden

„Rettungsplan, bevor es zu spät ist“
„Wir fordern die Kommunen auf, jetzt endlich aktiv zu werden und sich mit den örtlichen Tierheimen schnell und unbürokratisch über Kostenübernahmen zu einigen. Notwendig sind eine Erhöhung der Fundtierkostenerstattung um mindestens 40 Prozent und weitere Investitionshilfen. Auch sehen wir die Bundesregierung in der Pflicht: Sie muss die im Koalitionsvertrag vereinbarte Verbrauchsstiftung für Tierheime großzügig ausstatten und unverzüglich auf den Weg bringen, bevor es zu spät ist“, so Schröder. Dabei sei es dringend notwendig, die Mittel nicht nur für Investitionen, sondern auch als Ausgleich der drastischen Mehrkosten zu gewähren. „Wir brauchen eine konzertierte Aktion für die Tierheime: Bund, Länder und Kommunen müssen schnellstens mit dem Tierschutz an einen Tisch und mit einem gemeinsamen Rettungsplan verhindern, dass der praktische Tierschutz in Deutschland zusammenbricht.“

 Symbolfoto © Gundula Vogel/PixabaySymbolfoto © Gundula Vogel/Pixabay

MeiDresden.de fragte bei der Landeshauptstadt Dresden nach. Wie das Presseamt auf Nachfrage sagte, bewohnen derzeit 312 Tiere das städtische Tierheim in Dresden-S (43 Hunde, 80 Katzen, 189 Sonstige). Wieviele Tiere unüberlegt in der Coronazeit angeschafft wurden, kann nicht beziffert werden. Auffällig ist nur, dass vermehrt junge Hunde im Alter von 1-3 Jahren abgegeben werden, bei denen die Halter mit der Erziehung überfordert sind. 2020 waren es25 Hunde und 25 Katzen. Dagegen ein Jahr später waren es bereits 56 Hunde und 57 Katzen.

Symbolfoto  © Alexas Fotos/PixabaySymbolfoto © Alexas Fotos/Pixabay

Die finanzielle Situation ist entspannt. Das Tierheim bekommt immer wieder Spenden oder wird bei Nachlässen bedacht, so die Landeshauptstadt Dresden. Dennoch sind die Steigende Preise spürbar. Da das Tierheim Dresden ein Teil der Stadtverwaltung ist, wird dies über den städtischen Haushalt finanziert.

Sehr erfreulich ist, dass die Spendenbereitschaft seit Beginn der Corona-Krise stark zugenommen hat. So wurden im Jahr 2019 rund 13.000 Euro Spenden eingenommen, im Jahr 2021 rund 36.000 Euro und im Jahr 2022 rund 57.000 Euro bis jetzt.

Quelle: Deutscher Tierschutzbund e.V., Landeshauptstadt Dresden