Berlin, Chemnitz. Deutschland wird Wasserstoffland – und Chemnitz nationales Wasserstofftechnologiezentrum.

Berlin, Chemnitz, 02. September 2021. Deutschland wird Wasserstoffland – und Chemnitz nationales Wasserstofftechnologiezentrum. Die Entscheidung verkündete Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am 2. September 2021 in einer digitalen Pressekonferenz. Das HIC - Hydrogen and Mobility Innovation Center in Chemnitz kann nun gemeinsam mit drei weiteren deutschen Standorten mit dem Aufbau des Wasserstofftechnologiezentrums beginnen. Neben Chemnitz werden die Standorte Duisburg, das Schiff- und Luftfahrtcluster Norddeutschland sowie Pfeffenhausen Teil des nationalen Wasserstoff-technologiezentrums. Der Bund fördert den Aufbau des Zentrums mit einem Gesamtbudget von 290 Millionen Euro. Für die interessierten Industriepartner, bedeutet die Entscheidung nun Planungs- und Investitionssicherheit für ihre Aktivitäten in Chemnitz.

Chemnitz wird nationales Wasserstofftechnologiezentrum   Riesige Stoffbanner auf dem künftigen Gelände des Wasserstoff-Zentrums verkünden die Botschaft: Chemnitz ist #Ready4Wasserstoff Foto: © HZwo e.V. / Thomas Höppner (VideoVision)Chemnitz wird nationales Wasserstofftechnologiezentrum Riesige Stoffbanner auf dem künftigen Gelände des Wasserstoff-Zentrums verkünden die Botschaft: Chemnitz ist #Ready4Wasserstoff Foto: © HZwo e.V. / Thomas Höppner (VideoVision)

HIC überzeugt durch hervorragende Infrastruktur und ganzheitliches Betreibermodell
Im Standortwettbewerb zum Technologie- und Innovationszentrum Wasserstoff des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) konnte der Standort Chemnitz überzeugen. Bundesverkehrsminister Scheuer lobte Chemnitz auf der heutigen Pressekonferenz als den „Diamanten“ unter den Standorten. Besonders die hervorragende Forschungs- und Testinfrastruktur für Brennstoffzellen und Wasserstoff-Technologien des HIC sowie sein ausgedehntes Netzwerk an starken Partnern waren ausschlaggebende Gründe für die Entscheidung des BMVI. Für die finale Standortauswahl wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, auf deren Basis die Schwerpunktverteilung unter den finalen Standorten definiert wurde. „Mit dem HIC haben wir ein Betreibermodell entwickelt, das klein- und mittelständischen Unternehmen, Automobilzulieferern und Industrieunternehmen gleichermaßen dient, neue Standards zu entwickeln, Produkte für Brennstoffzellenantriebe zu testen und auf dem internationalen Markt zu etablieren. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass wir mit den Technischen Universitäten in Chemnitz und Dresden sowie den Fraunhofer-Instituten IWU und ENAS ein exzellentes Netzwerk an Partnern haben, deren Wasserstoffexpertise und Innovationskraft das HIC so einzigartig machen.“, erklärt Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Vorstandsvorsitzender des koordinierenden HZwo e.V. und Direktor des Instituts für Automobilforschung an der TU Chemnitz. „Ab morgen startet die nächste Phase der Umsetzung. Gemeinsam mit der Industrie planen wir die ersten konkreten Aktivitäten. Und bereits ab Herbst 2021 sprechen wir mit internationalen Unternehmen im Rahmen unserer Akquise-, Kooperations- und Standortvermarktungsaktivitäten über Formen der Zusammenarbeit bzw. konkreter Investitionen in Chemnitz“, sagt von Unwerth.

Brücke zwischen Forschung und Wertschöpfung
37.000 Quadratmeter groß soll das neue Wasserstoffzentrum in Chemnitz werden. Auf dem Technologie-Campus in direkter Nachbarschaft der TU Chemnitz, der Fraunhofer-Institute IWU und ENAS sowie Teststrecken für Straßen- und Schienenfahrzeuge kann das HIC mit Hilfe der Förderung des BMVI zukünftig die gesamte Wertschöpfungskette von der Brennstoffzelle bis zu Gesamtfahrzeugen abdecken. Nicht zuletzt bieten die großzügigen Flächen auf dem HIC-Gelände auch großes Potenzial für die Ansiedlung weiterer Partner. „Gemeinsam haben wir eine Brücke geschlagen zwischen der wissenschaftlichen Forschung, dem Transfer hin zu disruptiven Wasserstoff-Technologien und einer breiten industriellen Wertschöpfung durch die Zulieferindustrie. Wir sind sehr stolz darauf, mit dem Hydrogen and Mobility Innovation Center ein nationales Wasserstoffzentrum aufbauen zu können. Damit schaffen wir nicht nur Potenziale für eine zukunftsfähige und nachhaltige Mobilität, sondern verleihen als Innovationstreiber auch unserer Stadt internationale Tragweite.“, sagt von Unwerth.

HIC bündelt Innovationskraft und Expertise der Region
Das erfolgreiche Konzept des HIC geht auf das Zusammenwirken von über 25 Partnern zurück. Diverse klein- und mittelständische Unternehmen (KMU), Automobilzulieferer, Industrieunternehmen sowie Experten aus der Brennstoffzellenforschung verkörpern die Expertise und Innovationsfähigkeit des HIC für den Aufbau von Wertschöpfung auf Basis von Brennstoffzellen im Mobilitätsbereich. In unmittelbarer Nachbarschaft des HIC-Geländes befinden sich die Fraunhofer-Institute IWU sowie ENAS, die als Bündnispartner in engem Austausch mit dem Innovationscluster HZwo e.V. stehen. „Mit der Förderung des Technologie- und Innovationszentrums für Wasserstoff HIC legt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur einen wichtigen Grundstein für den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Brennstoffzellen-Industrie in Deutschland, die den internationalen Markt prägen wird. Die Fraunhofer-Gesellschaft begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, treiben doch Institute wie das Fraunhofer IPT und das Fraunhofer IWU bereits mit eigenen Mitteln Forschungsprojekte mit Fokus auf den Energieträger Wasserstoff voran. Durch die Bündelung wissenschaftlicher Expertise und hoher Anwendungsorientierung werden die Voraussetzung dafür geschaffen, insbesondere auch klein- und mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung, Testung und Industrialisierung von Technologien und Produkten der Wasserstoffwirtschaft nachhaltig zu unterstützen.“ berichtet Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

Freistaat Sachsen und Stadt Chemnitz unterstützen Gründung
Neben der Förderung durch das BMVI erhält das HIC auch Unterstützung von Land und Stadt. Der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer freut sich über die Entscheidung des BMVI: „Die heutige Entscheidung ist ein Riesenerfolg für Chemnitz und ganz Sachsen. Chemnitz hat einmal mehr gezeigt, was für eine unglaubliche Innovationskraft und Kreativität hier vorhanden ist. Es ist dieser Gründer- und Machergeist, den wir in Deutschland und Europa brauchen, der uns stark macht und der gut ist für unseren Wohlstand, für wirtschaftliche Dynamik und Klimaschutz. Das neue nationale Wasserstoffzentrum wird die Stadt selbst, aber auch den Industrie- und Innovationsstandort Sachsen und Deutschland weiter stärken und prägen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die daran mitgewirkt haben, dass Chemnitz seine Stärken in das nationale Zentrum einbringen kann. Mit dem HIC können wir aus Sachsen heraus klimafreundliche Mobilität der Zukunft mitgestalten und wichtige Impulse setzen, um neue Technologien aus dem Labor in die Anwendung zu bringen.“

Auch der Sächsische Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Martin Dulig, lobt die Entscheidung aus Berlin: „Chemnitz hat eine hervorragende Bewerbung eingereicht. Unter allen Finalisten war das ,Hydrogen and Mobility Innovation Center‘ das beste Projekt. Völlig zurecht wird die drittgrößte sächsische Stadt nun ein Standort des Bundes-Wasserstoffzentrums. Ich freue mich, dass Bundesminister Scheuer das HIC-Projekt als ,Diamant‘ unter den Wettbewerbsteilnehmern erkannt hat. Damit honoriert der Bund die harte Arbeit und die Risikobereitschaft der sächsischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen, frühzeitig das Thema Wasserstoff zu adressieren. Der Freistaat wird einen maßgeblichen Teil dazu beitragen, dass Deutschland weltweite Nummer 1 bei grüner Wasserstofferzeugung, -infrastruktur, -nutzung und beim Wasserstoffhandel wird. Für den High-Tech- und Innovationsstandort Sachsen, für ganz Ostdeutschland, besteht bei der Wasserstofftechnologie die große Chance auf einen Vorsprung Ost. Deshalb hat das sächsische Wirtschaftsministerium das HIC-Projekt von Anfang an unterstützt und wird es weiter intensiv begleiten.

Das HIC ist europaweit einmalig. Es wird Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen und auch Großunternehmen die notwendigen Voraussetzungen bieten, um schnell, zielgerichtet und branchenoffen dringend benötigte ,saubere‘ und bezahlbare Antriebslösungen zu entwickeln, zu testen und zeitnah in den Markt einzuführen. Es würde mich außerordentlich freuen, wenn Unternehmen aus Deutschland, Europa und der Welt die Möglichkeiten und Synergien dieses Zentrums nutzen – auch um zu zeigen, dass man von Sachsen aus gemeinsam die richtigen Weichen stellen kann."

Bereits rund elf Millionen Euro hat der Freistaat sowie der Automobilzulieferer Vitesco Technologies in die Forschungs- und Testinfrastruktur für Brennstoffzellen und Wasserstoff-Technologien in Chemnitz investiert. Daneben erhalten wegweisende Verbünde wie der “Smart Rail Connectivity Campus” in Annaberg-Buchholz eine Förderung von mehr als 24 Mio. Euro vom BMVI, dem BMBF und dem Freistaat Sachsen zur Digitalisierung und Automatisierung des Schienenverkehrs.

Den hohen Anteil exzellenter Partner aus Forschung und Wissenschaft lobt der Sächsische Staatsminister für Wissenschaft, Sebastian Gemkow: „Mit der TU Chemnitz, den Fraunhofer-Instituten IWU und ENAS sowie der TU Dresden sind wichtige Kompetenzträger bei der Forschung und Entwicklung an neuen Wasserstofftechnologien für umweltfreundliche Mobilität der Zukunft mit an Bord. Das ist entscheidend für die Produktentwicklung. Gleichzeitig wird die wissenschaftliche Expertise unmittelbar in die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften fließen. Damit wird von vornherein die Nachwuchsgewinnung für die aufzubauende Wasserstoffwirtschaft verankert. Wir werden die Beteiligten der Hochschulen und Forschungseinrichtungen hier weiterhin eng begleiten und unterstützen.“

Zusammenarbeit der Wasserstoffzentren beginnt ab sofort
Für das HIC in Chemnitz und seine Konsortialpartner beginnt die Weiterentwicklung und Umsetzung ihres Modells direkt nach der Verkündung. Dazu ist ein Auftakttreffen mit den Standorten Duisburg, Pfeffenhausen sowie dem zusätzlichen Schiff- und Luftfahrtcluster in Norddeutschland geplant, um Zusammenarbeit, Aufgaben und Schnittstellen zu definieren. Ein Treffen zwischen sächsischen Ministerien, der Stadt Chemnitz und dem Bündnis in den kommenden Tagen soll die künftige Zusammenarbeit besiegeln und die nächsten Schritte in Richtung Umsetzung ebnen. Auf dem Plan stehen zunächst die Konkretisierung des Betreibermodells sowie die anschließende Gründung der Trägerschaft. In Chemnitz wird bereits im Jahr 2024 mit der Einweihung der ersten Gebäude auf dem Gelände des neuen Wasserstofftechnologiezentrums in Sachsen gerechnet. Bis dahin heißt es: Chemnitz ist #Ready4Wasserstoff!

Quelle: TU Chemnitz/Fak.MB/IAF

 

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