Dresden. Gesundheitsministerin Petra Köpping: »Wir dürfen auch im Kampf gegen HIV und AIDS nicht nachlassen.«

Mit Dr. Jörg Männicke aus Dresden wird diesmal eine Persönlichkeit geehrt, die sich seit über 15 Jahren engagiert für die HIV-Prävention in der Landeshauptstadt einsetzt. Er startete sein intensives Engagement nach einem Wohnortwechsel im Jahr 2005 von Halle an der Saale nach Dresden. Mit der Suche nach neuen beruflichen Heraus-forderungen, entstand der Wunsch bei Jörg Männicke, sich ehrenamtlich zu betätigen und gesellschaftliches Engagement zu zeigen. Im Team der Freiwilligen der Aids-Hilfe Dresden e.V. organisiert der Preisträger mit kreativen ldeen Präventionseinsätze und wirbt für Antidiskriminierung und Entstigmatisierung von Menschen mit HIV und Aids.

Dr. Jörg Männicke erhält Ehrenmedaille »Für herausragende Leistungen im Kampf gegen HIV und AIDS«  - Preisträger Dr. Jörg Männicke  Foto: SMSDr. Jörg Männicke erhält Ehrenmedaille »Für herausragende Leistungen im Kampf gegen HIV und AIDS« - Preisträger Dr. Jörg Männicke Foto: SMS

»Ich danke Herrn Jörg Männicke sehr für sein langjähriges, aktives ehrenamtliches Engagement, dass ihn trotz seines jungen Alters (43) bereits jetzt zum "dienstältesten" Freiwilligen der Aids-Hilfe Dresden gemacht hat. Auch wenn viele Menschen HIV und AIDS inzwischen nicht mehr als gefährliche Krankheit wahrnehmen, müssen wir weiter aufklären und die Ausbreitung wirksam bekämpfen. Dazu gehört für mich auch, sich gegen Stigmatisierung und Diskriminierung einzusetzen. Herr Männicke hilft sehr dabei, auf die Schutzmöglichkeiten gegen eine Infektion mit HIV aufmerksam und auch die Problemlagen von Menschen mit HIVund Aids sichtbarzumachen«, erklärt Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Institutes (RKI) lebten Ende 2019 über 90.700 HIV-positive Menschen in Deutschland, davon ca. 3.000 in Sachsen. Leider setze sich der Abwärtstrend der Neuinfektionen nicht fort. In Deutschland lag die geschätzte Zahl der HIV-Neuinfektionen 2019 bei 2600 (2018: nur 2400). Auch in Sachsen wurden mit ca. 150 etwas mehr Neuinfektionen als im Vorjahr geschätzt (130 geschätzte Neuinfektionen im Jahr 2018). Davon gab es für 129 Fälle ein tatsächliches Test-Ergebnis. Nach RKI-Schätzungen kennen nur 82 Prozent der HIV-Infizierten in Sachsen ihre positive Diagnose. Das ist weniger als im Bundesdurchschnitt (88 Prozent) und
damit noch weit vom WHO-Ziel (90 Prozent) entfernt. Aber es ist bereits eine Verbesserung zu den Vorjahren (79 Prozent).

Verleihung AIDS Medallie Staatssekretrin Dagmar Neukirch und Preisträger Dr Jörg Männicke Foto: SMSVerleihung AIDS Medallie Staatssekretrin Dagmar Neukirch und Preisträger Dr Jörg Männicke Foto: SMS

»Meinem Haus war bewusst, dass HIV-Teste noch gezielter bei Risikopersonen wie MSM (Männer, die mit Männern Sex haben) und Drogenkonsumenten, aber auch bei heterosexuellen Personen mit riskantem Sexualleben angeboten werden müssen, um mehr Infektionen aufzudecken. Daher haben wir bereits frühzeitig begonnen, gemeinsam mit den sächsischen AIDS-Hilfen für die seit Oktober 2018 erlaubte Nutzung von HIV-Selbsttesten zu werben und für Risikogruppen diese Selbstteste auch kostenfrei anzubieten. Dafür hat das SMS in den Jahren 2019-2021 jeweils zusätzliche 30.000 Euro zu Verfügung gestellt. Dazu kamen in den Jahren 2020 und 2021 noch jeweils weitere 20.000 Euro für das weitere Testprojekt S.A.M. (https://www.dresden.aidshilfe.de/2020/01/s-a-m-teststelle/)

Nach Rückmeldung der sächsischen AIDS-Hilfen spielt das Thema HIV/AIDS trotz Corona-Pandemie weiterhin eine große Rolle. Gingen auf der einen Seite durch die Beschränkungen der Corona-Schutzmaßnahmen Präventionsveranstaltungen und -Angebote zurück, so fanden Risikokontakte im privaten Bereich aber weiterhin
statt. Die Anzahl der Beratungen durch die AIDS-Hilfen, vor allem aber die Intensität und die Dauer der Gespräche haben in den vergangenen zwei Jahren zugenommen. Vor allem auch, weil Gesundheitsämter auf Grund der Bewältigung der Corona-Situation selber weniger HIV-Beratungen anbieten konnten.

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt